Apple will keine “Waage-App“

3D Touch Feature darf nicht zum Wiegen verwendet werden

Mit iPhone 6s und 6s Plus hat Apple das Feature 3D Touch eingeführt, ein druckempfindliches Display, bei dem entsprechende Apps erkennen können, wie hoch der Druck gerade ist. Das ermöglicht sogar Apps zum Wiegen, wie verschiedene Entwickler bereits gezeigt haben. Allerdings lässte Apple diese „Waage-Apps“ nicht in seinen „App Store“ und lehnt sie ab.

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Solche Apps können allerdings nicht alle Objekte auf dem Display erkennen, schließlich ist 3D Touch auf Finger ausgerichtet. Die Objekte müssen leitend und die Auflagefläche darf nicht zu groß sein. So zeigt ein Entwickler im Video, dass seine Waage-App im Vergleich mit einer Küchenwaage bei Apfel, Kartoffel, Zwiebel etc. recht zuverlässig arbeitet (es gibt manchmal Abweichungen von lediglich ein paar Gramm), allerdings wird z.B. das Ladegerät des iPhone nicht erkannt, was für die Küchenwaage natürlich kein Problem darstellt.

Ein anderer Entwickler behilft sich mit einem Löffel, in den das Wiegegut gelegt wird, falls es nicht selbst erkannt wird. Objekte mit bis zu 385 Gramm sind hier möglich.
Dieser Entwickler wollte seine Waage-App (Gravity) auch im App Store anbieten, aber dies hat Apple abgelehnt. Dies lag vermutlich an der ursprünglichen Beschreibung der App, denn es gibt bereits zahlreiche „Waage-Apps“ im App Store, aber 80 % davon sind reine Scherz-Apps und 20 % nutzen nicht 3D Touch, sondern den G-Sensor. Auch nachdem der Entwickler protestiert hatte und mit einem Video Apple von der Funktionsweise seiner App überzeugen wollte, blieb es bei der Entscheidung: laut Apple ist eine solche App „nicht geeignet für den App Store“.
Es scheint als würde Apple befürchten, dass Anwender die Waage-App für Objekte verwenden werden, die das iPhone 6s (Plus) beschädigen können. Möglicherweise will Apple auch nicht in Drogengeschichten reingezogen werden (das Verwenden eines Löffels lässt es erahnen), aber nach Angaben der Entwickler ist die App durch Abweichungen von 1 bis 3 Gramm auch nicht genau genug für Drogengeschäfte.
Die Entwickler hoffen aber noch, dass Apple seine Meinung ändert und die „Gravity App“ eines Tages zulassen wird.

Quelle: Heise

Frank Schräer

Herausgeber, Chefredakteur und Webmaster

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