Intel: Nach Icelake kommt Tigerlake

Umstieg auf 7-nm-Technik verzögert sich - Fällt Intel zurück?

Bekanntlich wird Intel im Laufe dieses Jahres die „Kaby Lake“ Prozessoren auf den Markt bringen, die die gleiche Fertigungstechnik (14 Nanometer) wie die aktuellen „Skylake“ CPUs verwenden, aber eine verbesserte Architektur mitbringen werden. Danach erfolgt der Umstieg auf 10 Nanometer mit „Cannonlake“ und später „Icelake“. Jetzt sind erste Infos zu Intels weiteren Plänen aufgetaucht.

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In der Vergangenheit (seit 2007) ist Intel seine selbst ernannte „Tick-Tock-Strategie“ gefahren. Das bedeutet, dass man in einem Jahr auf eine neue, feinere Fertigungstechnik umsteigt mit kleinen Optimierungen an der bestehenden Architektur (Tick) und im nächsten Jahr dann eine neue bzw. verbesserte CPU-Architektur auf Basis der gleichen Produktionstechnologie eingeführt wird (Tock). Mittlerweile wird es aber immer schwieriger, diese Zyklen einzuhalten, da die Verkleinerung der Chipstrukturen immer komplexer wird. Seit 2014 überbrückt Intel die Wartezeit bis zum nächsten „Tick“, also der nächsten Fertigungsstufe, mit einem „Tock Refresh“, optimierten Prozessoren mit der gleichen Architektur und Produktionstechnik wie zuvor.
Die Historie: Im April 2012 wurde mit „Ivy Bridge“ die 22-Nanometer-Technik eingeführt (Tick), 15 Monate später folgte mit „Haswell“ die neue Architektur (Tock Juni 2013). Da sich der Umstieg auf 14 Nanometer etwas verzögerte, kam 12 Monate danach erstmal der „Haswell Refresh“ mit den „Devil’s Canyon“ CPUs (Tock Refresh Juni 2014), bevor weitere 3 Monate später die ersten „Broadwell“ CPUs aus der 14-nm-Technik erschienen (Tick September 2014). Was kam danach? Eine neue Architektur mit „Skylake“ (Tock August 2015).
In diesem Jahr müsste demnach wieder ein „Tick“ und der Umstieg auf die 10-nm-Fertigung kommen, aber daraus wird nichts. Die Zeit bis zum nächsten „Tick“ ist länger als je zuvor. „Kaby Lake“ wird 2016 lediglich ein „Tock Refresh“ mit einer optimierten Skylake Architektur auf Basis der 14-nm-Technik. 10 Nanometer und „Cannonlake“ werden erst in der zweiten Jahreshälfte 2017 erwartet. Das wären satte 3 Jahre nach der Einführung der aktuellen 14-nm-Fertigungstechnologie.
Wie jetzt berichtet wird, soll es beim nächsten Schritt von 10 auf 7 Nanometer nicht besser werden. Angeblich sind drei CPU-Generationen aus der 10-nm-Fertigung geplant. Nach „Cannonlake“ 2017 kommt „Icelake“ 2018 und danach auch noch „Tigerlake“ 2019. Demnach werden die ersten 7-nm-CPUs von Intel erst 2020 erscheinen. Wenn alles gut geht, folgen 2022 dann die ersten 5-nm-Prozessoren. Allerdings gibt es Stimmen aus der Industrie, die bezweifen, dass Intel zum 2-Jahres-Rhythmus zurückkehren kann, so dass sich die 5-nm-Fertigung wohl bis mindestens 2023 verzögern wird.
Ist dies relevant? Wenn man sich die Konkurrenz anschaut, könnte es wichtig werden. Intel besaß in der Vergangenheit bei der Chipfertigung meist einen Technologievorsprung, aber mittlerweile ist dieser dahin geschmolzen. Samsung produziert seit letztem Jahr ebenfalls Chips in 14-nm-Technik und auch TSMC, Fertigungspartner von AMD und Nvidia, holt auf. Nach Angaben der Taiwaner werden sie Ende 2016 bzw. Anfang 2017 mit der Massenproduktion in 10-nm-Technik beginnen und in der ersten Jahreshälfte 2018 die 7-nm-Fertigung aufnehmen. Zwei Jahre später soll dann die 5-nm-Herstellung folgen. Das wäre 2020.
Wenn TSMC dies umsetzen kann, wären sie schon bei 7 Nanometern schneller als Intel und hätten bei 5 Nanometern bereits einen deutlichen Vorsprung.

Quelle: The Motley Fool

Frank Schräer

Herausgeber, Chefredakteur und Webmaster

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