WD zeigt Technik für 40-TB-HDDs

"MAMR"-Technik für Schreibköpfe soll Kapazitäten deutlich steigern

Western Digital MAMR Innovation

Western Digital hat eine Prototyp-Festplatte präsentiert, die auf einer angeblich revolutionären neuen Magnetaufzeichnungstechnologie basiert. „Microwave-assisted Magnetic Recording“ (MAMR) soll laut WD bis Ende 2019 marktreif sein und könnte bis 2025 die Herstellung von 40-TByte-Festplatten ermöglichen. Gegenwärtig bietet WD bzw. HGST 14-TByte-Festplatten für Rechenzentren an und 12-TByte-HDDs kommen gerade in den Einzelhandel.

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Die Festplattenhersteller arbeiten seit vielen Jahren an Schreib-Lese-Technologien wie „Heat-assisted Magnetic Recording“ (HAMR). Entsprechende Prototyp-Laufwerke wurden bereits 2007 gezeigt. An MAMR wurde ebenfalls schon lange geforscht. Beide Technologien aktivieren zeitweise einen kleinen Bereich der magnetischen Oberfläche während der Aufzeichnung, um die Aufzeichnungsdichte zu erhöhen.

Laut Western Digital ist ein Gerät namens „Spin Torque Oscillator“ (STO) das Kernstück von MAMR. Das Haupthindernis für die zunehmende Flächendichte ist laut WD, dass die Köpfe auch kleiner werden müssen, wenn magnetische Medien auf der Platte kleiner werden. Der kleinere Kopf muss dabei ein ausreichend großes Magnetfeld erzeugen, um die kleineren Medien tatsächlich zu modifizieren. Der STO ist entscheidend, da das erzeugte Mikrowellenfeld die Modifikation der darunter liegenden Medien mit einem Magnetfeld ermöglicht, das mit weniger Energie und damit einfacher erzeugt werden kann. Da MAMR das darunter liegende Medium nicht erwärmen muss, wird die Aufzeichnungsdichte erhöht, ohne die Zuverlässigkeit zu beeinträchtigen. Außerdem ist dies möglich, ohne dass neue Arten magnetischer Medien verwendet werden müssen.

Nach Angaben von WD ist der sogenannte Damaszener-Herstellungsprozess die zweite Schlüsselkomponente, um die MAMR-Technologie produktionsreif zu machen. Der Damaszener-Prozess beinhaltet ein präzises Abscheiden und Ätzen von Schichten aus magnetischen und nichtmagnetischen Materialien, um einen fertigen Kopf zu bekommen. Laut Hersteller besitzt der resultierende Kopf eine umhüllende Abschirmung, die dabei hilft, das Magnetfeld zu fokussieren und Störungen mit benachbarten Spuren zu verringern. Die Fertigungstechnik ermöglicht auch die Integration des STO in den Antriebskopf.

Die Herausforderungen hinsichtlich Materialen und Zuverlässigkeit, die die Entwicklung von HAMR hinausgezögert haben, sind kein Thema für MAMR. Western Digital behauptet, dass MAMR die Ansprüche an Zuverlässigkeit und Kosten, die von den Rechenzentrumskunden gestellt werden, erfüllen kann, während dies bei HAMR nicht der Fall ist. HAMR-Antriebe sind auf einen teuren Laser angewiesen, um die potenzielle Speicherdichte der magnetischen Medien zu erhöhen. WD behauptet auch, dass die Zuverlässigkeit von HAMR-Storage geringer ist, wenn auf einem kleinen, schmalen Bereich hohe Wärme eingesetzt wird. Die Kosten für HAMR-basierte Laufwerke werden außerdem nach oben geschraubt durch die Abhängigkeit von teureren Plattensubstraten aus Glas und magnetischen Eisen-Platin-Beschichtungen anstelle der Kobalt-Platin-Medien und Aluminiumsubstraten, die in heutigen Laufwerken verwendet werden.

WD MAMR HDD (EETimes)

Sridhar Chatradhi, Senior Ddirector von WDs Technology and Architecture Group (Quelle: EETimes)

Nach Angaben von Western Digital sollen die ersten MAMR-Festplatten noch im übernächsten Jahr 2019 fertig sein. Das Unternehmen behauptet, dass MAMR in Verbindung mit Helium-versiegelten HDDs und anderen Technologien Festplatten ermöglichen, die bis zum Jahre 2025 Kapazitäten von 40 TByte erreichen.

Quelle: Pressemitteilung

Frank Schräer

Herausgeber, Chefredakteur und Webmaster

1 Antwort

  1. Ein_Gast sagt:

    Im Jahr 2025 werde ich mir für ein paar Euros eine SSD mit 40 TB kaufen…

    Ich denke, dass die Technik hier deutlich zu langsam ist. Sollte nicht bald ein großer Sprung kommen, ist die klassische HDD tot.

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