Umidigi Z2 im Test: Der Notch in der Mittelklasse - Seite 4

Smartphone für weniger als 250 Euro mit zwei Dual-Kameras

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Display und Kamera

Umidigi stattet das Z2 mit einem IPS-Bildschirm mit 6,2 Zoll Diagonale sowie einer nativen Auflösung von 2246×1080 Pixeln aus. Auch wenn die Diagonale auf den ersten Blick ein bombastisches Gerät vermuten lassen mag, ist jenes nicht unbedingt der Fall. Denn man hält die Maße durch das Format 19:9 sowie die schmalen Rahmen um den Bildschirm ergonomisch. Schade ist, dass das Umidigi Z2 leider über keine zusätzliche Beschichtung verfügt, welche den Bildschirm vor Kratzern bewahren könnte. Immerhin ist ab Werk aber bereits eine Schutzfolie angebracht.

Für ein Mittelklasse-Gerät liefert der Bildschirm des Umidigi Z2 satte Kontraste und auch eine ausreichende Helligkeit. Somit bleibt der Screen auch bei Sonneneinstrahlung in der Regel gut ablesbar. Über Miravision lassen sich einzelne Parameter zudem noch anpassen. Die Auflösung des Displays reicht aus, damit keine Unschärfen oder einzelne Pixel sichtbar sind. Die Farben könnten insgesamt unserer Ansicht nach aber etwas knackiger sein. Auch zeigen sich leichte Schwächen in der Blickwinkelstabilität, vor allem am oberen Rand rund um den Notch. Trotzdem ist der Bildschirm des Umidigi Z2 definitiv gelungen und dürfte im Alltag seinen Dienst standesgemäß verrichten.

Zusätzlich hat sich Umidigi dazu entschieden, beim Z2 sowohl an Vorder- als auch Rückseite ein Dual-Kamera-Setup zu verwenden. Oft ist dies aber gerade bei Mittelklasse-Smartphones eine Fehlentscheidung. Denn besser wäre es, das Geld in eine ordentliche Single-Kamera fließen zu lassen, als eine zwar Marketing-wirksame, aber im Alltag enttäuschende Dual-Kamera. Denn speziell die Kameras sind bei den Importgeräten aus China, klammert man Xiaomi einmal weitgehend aus, oft eine Enttäuschung.

Die Kamera des Umidigi Z2 beherrscht auch einen künstlichen Bokeh-Modus, der eine Tiefenunschärfe erzeugt, welche an Fotos mit DLSRs erinnern soll. Das funktioniert in der Praxis allerdings gar nicht, da die Software einfach nur alles um den Fokuspunkt herum unscharf macht, ohne Objekte tatsächlich auszuschneiden. Unsere Beispielbilder zeigen, dass der Bokeh-Modus daher leider wenig alltagstauglich ist.

Wer bei ausreichend Licht und mit HDR knipst, bekommt mit dem Umidigi Z2 überraschend ansehnliche Fotos hin. Allerdings ist selbst hier zu sehen, dass die Software versucht nachzuschärfen, so dass stets ein minimal unnatürlicher Eindruck verbleibt. Ohne HDR sind die Fotos zudem stets leicht verwaschen, so dass dieser Bildmodus im Grunde rasch zur Pflicht wird.

Bei wenig Licht in Innenräumen, bewölktem Himmel oder gar nachts stößt die Kamera des Umidigi Z2 rasch an ihre Grenzen. Da rauscht es gewaltig und die Bildqualität leidet deutlich schneller als bei manchen Konkurrenten. Immerhin ist der Blitz relativ brauchbar, was man nicht von jedem Smartphone aus China in dieser Preisklasse behaupten kann.

Selfies mit der Frontkamera gehen in völlig Ordnung. Man möchte fast sagen, dass die Selfie-Kamera hier sogar im Verhältnis zu den Rivalen in dieser Preisklasse besser wegkommt als die Hauptkamera. Natürlich wird niemand bei diesen Fotos annehmen, dass sie mit einem HTC U12+ geschossen worden wären, aber die Ergebnisse sind vorzeigbarer, als wir es erwartet hätten.

Eher enttäuschend sieht es im Bereich Video aus: Das Umidigi Z2 ist in der Prä-4K-Ära stecken geblieben und liefert lediglich 1080p-Videos mit bis zu 30 fps. Da eine Stabilisation fehlt, sind die Ergebnisse eher von moderater Qualität. Zumal auch die Audioqualität der Aufnahmen nicht gerade vom Hocker reißt. In der Summe ist die Kamera daher zwar „okay“, aber sicherlich nicht das Hauptaugenmerk bei diesem Smartphone gewesen. Auch wenn das Marketing und der Blick auf zwei Dual-Kameras in den Spezifikationen zunächst etwas anderes vermuten lassen könnte.

André Westphal

Redakteur

3 Antworten

  1. „Dual-Kameras liefern nicht, was sie versprechen“, man kann durchaus mit Fug und Recht behaupten, dass beides Fake-Dual-Kameras sind!

    • André Westphal sagt:

      Ja, die Diskussion hab ich auch verfolgt, ohne konkrete Beweise wollte ich das aber nicht in den Raum stellen. In jedem Fall ist der Bokeh-Modus absolut sinnfrei, wie ich ja auch schrieb :-D.

    • Kein Ding, wollte das nur nochmal verdeutlichen, um potenzielle Käufer zum Nachdenken anzuregen.

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