ARM abeitet nicht mehr mit Huawei

Neues Problem für Chinesen mit Designer von Mobilchips

Nachdem Google bereits seine Unterstützung für Huawei aufgekündigt hat, weil die USA den chinesischen Hersteller auf ihre „schwarze Liste“ unerwünschter Handelspartner gesetzt hatte, folgt nun ARM mit ähnlichen Maßnahmen. Laut Anweisungen an seine Mitarbeiter müssen diese ihre Kontakte und Unterstützung von Huawei und HiSilicon sofort einstellen.

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Praktisch alle Prozessoren und Chips in Smartphones und Tablets, sei es aus der Qualcomm Snaprdragon, Samsung Exynos- oder Apple A-Serie oder auch die Kirin Chips von Huawei-Tochter HiSilicon, basieren auf den ‚Cortex‘ Architekturen und Befehlssätzen von ARM, den Chip-Designern aus Großbritannien. ARM selbst entwickelt und produziert aber keine Chips, sondern lizensiert diese lediglich an seine Partner.

Aktuelle Produkte von Huawei sind zwar noch nicht betroffen – dafür gibt es bereits Lizenzvereinbarungen, aber die Entwicklung künftiger Chip-Generationen dürfte nun schwierig werden ohne die Unterstützung des Lizenzgebers. Laut internen Anweisungen von ARM sollen „alle aktiven Verträge, Support-Zusagen und andere laufenden Vereinbarungen“ eingestellt werden. Sollten ARM-Mitarbeiter z.B. bei Veranstaltungen Huawei-Angestellte treffen, müssen sie jegliche Kommunikation vermeiden oder höflich ablehnen.

ARM begründet dies mit US-basierter Technologie, die in den Designs der Cortex Chips verwendet wird. Man befolge daher den Vorgaben der US-Regierung und müsse sich an den Stop der Handelsbeziehungen halten. Bei Huawei erntet ARM Verständnis. Der chinesische Hersteller erklärte, man schätze die engen Beziehungen mit seinen Partnern sehr und erkenne den Druck, den manche von ihnen ausgesetzt seien durch die politisch motivierten Entscheidungen.

Es sind allerdings nicht nur Smartphones und Tablets von den Handelsbeschränkungen betroffen, denn die Architekturen von ARM werden auch in Servern und Basisstationen für den Mobilfunk eingesetzt, was wiederum die Entwicklung bzw. Einführung des neuen 5G-Standards bremsen könnte.

Nach Ansicht von Marktbeobachtern seien diese ganzen Beschränkungen aufgrund der US-Entscheidung „unüberwindbar“ für die geschäftliche Entwicklung von Huawei. Allerdings hat die US-Regierung den kompletten Ausschluss von Huawei aus der US-Wirtschaft zunächst um 90 Tage verschoben. Während dieser Gnadenfrist dürften weitere Verhandlungen laufen.

Quelle: BBC

Frank Schräer

Herausgeber, Chefredakteur und Webmaster

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