AMD verdreifacht Gewinne, kauft Xilinx

Umsatz mehr als 50 % gesteigert, übernimmt FPGA-Hersteller für $35 Mrd.

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Gestern hat AMD nicht nur die Finanzzahlen vom dritten Quartal vorgelegt, sondern auch die Übernahme des FPGA-Herstellers Xilinx zur Verstärkung seines professionellen Business mit Produkten für Rechenzentren bekannt gegeben. Doch zunächst zu den Quartalszahlen: Hier konnte AMD seinen Umsatz um 56 % steigern gegenüber 2019 und hat den Gewinn sogar mehr als verdreifacht.

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Während die Einnahmen und Gewinne bei Intel im dritten Quartal sowohl gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres als auch im Vergleich mit dem zweiten Quartal diesen Jahres zurückgingen, sieht es bei AMD deutlich anders aus – wenn auch auf nicht auf dem gleichen Niveau. So konnte AMD seinen Quartalsumsatz gegenüber 2019 um 56 Prozent und zum vorherigen Quartal um 45 % auf zuletzt 2,8 Milliarden US-Dollar steigern. Gleichzeitig stieg der Nettogewinn um 225 % zum Vorjahr und auch um 148 % gegenüber dem Frühling auf nun $390 Millionen.

Das resultiert in ein neues Rekordquartal und so zeigte sich AMD-Chefin Lisa Su auch sehr zufrieden: „Unser Geschäft beschleunigte sich im dritten Quartal, da die starke Nachfrage nach unseren Produkten für PCs, Gaming und Rechenzentren zu einem Rekordumsatz im Quartal führte. Wir haben unser viertes Quartal in Folge mit einem Umsatzwachstum von mehr als 25 Prozent gegenüber dem Vorjahr abgeschlossen, was unsere wichtige Dynamik bei den Kunden unterstreicht. Wir sind gut aufgestellt, um weiterhin erstklassiges Wachstum zu erzielen, da wir unser führendes Produktportfolio mit der Einführung unserer Radeon-Produkte, Ryzen- und EPYC-Prozessoren der nächsten Generation weiter ausbauen.“

Insgesamt konnte AMD in allen Geschäftsbereichen ordentlich zulegen, sogar im PC-Bereich, dem sogenannten „Computing and Graphics Segment“. Hier verzeichnete AMD 31 % höhere Einnahmen als letztes Jahr und auch 22 % mehr als im Quartal zuvor, wobei die Verkäufe von Ryzen Prozessoren deutlich anstiegen, wohingegen der Umsatz mit Radeon Grafikkarten etwas zurückging gegenüber 2019. Im Vergleich mit dem zweiten Quartal konnte AMD aber in sowohl bei CPUs als auch GPUs umsatzmäßig zulegen.

Im professionellen Umfeld, dem „Enterprise, Embedded and Semi-Custom Segment“, konnte AMD seine Umsätze sogar noch weiter steigern, nämlich um 116 % gegenüber dem Vorjahr und um 101 % im Vergleich zum Vorquartal. Als Gründe hat AMD hier höhere Verkaufszahlen bei den EPYC Server-Prozessoren und den „Semi-Custom“ Chips, u.a. für die Spielkonsolen von Microsoft und Sony, ausgemacht.

Diesen Unternehmensbereich will AMD mit der Übernahme von Xilinx nun deutlich ausbauen, auch wenn es bis zum Abschluss noch etwas dauert und eine recht teure Investition wird. AMD hat mit dem FPGA-Hersteller, der programmierbare Chips für Speziallösungen wie intelligente Netzwerkbeschleuniger anbietet, vereinbart, dass die Übernahme per Aktientausch erfolgt, was auf einen Kaufpreis von $35 Mrd. hinausläuft. AMD-Aktionäre werden letztendlich immer noch 74 % des gemeinsamen Unternehmens halten und Xilinx-Aktionäre die restlichen 26 %. Allerdings soll es wohl noch bis Ende nächsten Jahres dauern, bis die Übernahme offiziell abgeschlossen sein wird.

Viele sehen hier eine Parallele zu 2015, als Intel den FPGA-Hersteller Altera für damals $16,7 Mrd. übernommen hatte. Mittlerweile ist Altera komplett integriert und Intel bietet die FPGA-Lösungen nun selbst an, u.a. als Intel Stratix Serie zur Beschleunigung verschiedener Applikationen. AMD macht es Intel nun gleich und will ebenfalls in diesen Markt einsteigen.

Für das Anfang diesen Monats angelaufene vierte Quartal erwartet AMD Umsätze in Höhe von rund $3,0 Mrd. (plus oder minus $100 Mio.). Das wären etwa 41 % mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres und auch 7 % mehr als im letzten Quartal. Gleichzeitig erhöhte man die Prognose für das Gesamtjahr und erwartet ein Wachstum von ebenfalls rund 41 % gegenüber 2019.

Hier der Überblick über die wirtschaftliche Entwicklung von Intel und AMD seit Anfang 2008:

Quartalszahlen
Quartal Firma Umsatz Gewinn
1.2008 Intel $9.673 Mio $1.443 Mio
AMD $1.505 Mio -$358 Mio
2.2008 Intel $9.470 Mio $1.601 Mio
AMD $1.349 Mio -$1.189 Mio
3.2008 Intel $10.217 Mio $2.014 Mio
AMD $1.776 Mio -$67 Mio
4.2008 Intel $8.226 Mio $234 Mio
AMD $1.162 Mio -$1.424 Mio
1.2009 Intel $7.145 Mio $629 Mio
AMD $1.177 Mio -$416 Mio
2.2009 Intel $8.024 Mio -$398 Mio
AMD $1.184 Mio -$330 Mio
3.2009 Intel $9.389 Mio $1.856 Mio
AMD $1.396 Mio -$128 Mio
4.2009 Intel $10.569 Mio $2.282 Mio
AMD $1.646 Mio $1.178 Mio
1.2010 Intel $10.299 Mio $2.442 Mio
AMD $1.574 Mio $257 Mio
2.2010 Intel $10.765 Mio $2.887 Mio
AMD $1.653 Mio -$47 Mio
3.2010 Intel $11.102 Mio $2.955 Mio
AMD $1.618 Mio -$118 Mio
4.2010 Intel $11.457 Mio $3.180 Mio
AMD $1.649 Mio $375 Mio
1.2011 Intel $12.847 Mio $3.160 Mio
AMD $1.610 Mio $510 Mio
2.2011 Intel $13.032 Mio $2.954 Mio
AMD $1.574 Mio $61 Mio
3.2011 Intel $14.233 Mio $3.468 Mio
AMD $1.690 Mio $97 Mio
4.2011 Intel $13.887 Mio $3.360 Mio
AMD $1.691 Mio -$177 Mio
1.2012 Intel $12.906 Mio $2.738 Mio
AMD $1.585 Mio -$590 Mio
2.2012 Intel $13.501 Mio $2.827 Mio
AMD $1.410 Mio $37 Mio
3.2012 Intel $13.457 Mio $2.972 Mio
AMD $1.269 Mio -$157 Mio
4.2012 Intel $13.477 Mio $2.468 Mio
AMD $1.155 Mio -$473 Mio
1.2013 Intel $12.580 Mio $2.045 Mio
AMD $1.088 Mio -$146 Mio
2.2013 Intel $12.811 Mio $2.000 Mio
AMD $1.161 Mio -$74 Mio
3.2013 Intel $13.483 Mio $2.950 Mio
AMD $1.461 Mio $48 Mio
4.2013 Intel $13.834 Mio $2.625 Mio
AMD $1.589 Mio $89 Mio
1.2014 Intel $12.764 Mio $1.947 Mio
AMD $1.397 Mio -$20 Mio
2.2014 Intel $13.831 Mio $2.796 Mio
AMD $1.441 Mio -$36 Mio
3.2014 Intel $14.554 Mio $3.317 Mio
AMD $1.429 Mio $17 Mio
4.2014 Intel $14.721 Mio $3.661 Mio
AMD $1.239 Mio -$364 Mio
1.2015 Intel $12.781 Mio $1.992 Mio
AMD $1.030 Mio -$180 Mio
2.2015 Intel $13.195 Mio $2.706 Mio
AMD $942 Mio -$181 Mio
3.2015 Intel $14.465 Mio $3.109 Mio
AMD $1.061 Mio -$197 Mio
4.2015 Intel $14.914 Mio $3.613 Mio
AMD $958 Mio -$102 Mio
1.2016 Intel $13.702 Mio $2.046 Mio
AMD $832 Mio -$109 Mio
2.2016 Intel $13.533 Mio $1.330 Mio
AMD $1.027 Mio $69 Mio
3.2016 Intel $15.778 Mio $3.378 Mio
AMD $1.307 Mio -$406 Mio
4.2016 Intel $16.374 Mio $3.562 Mio
AMD $1.106 Mio -$51 Mio
1.2017 Intel $14.796 Mio $2.964 Mio
AMD $984 Mio -$73 Mio
2.2017 Intel $14.763 Mio $2.808 Mio
AMD $1.222 Mio -$16 Mio
3.2017 Intel $16.149 Mio $4.516 Mio
AMD $1.584 Mio $61 Mio
4.2017 Intel $17.053 Mio -$687 Mio
AMD $1.340 Mio -$19 Mio
1.2018 Intel $16.066 Mio $4.454 Mio
AMD $1.647 Mio $81 Mio
2.2018 Intel $16.962 Mio $5.006 Mio
AMD $1.756 Mio $116 Mio
3.2018 Intel $19.163 Mio $6.398 Mio
AMD $1.653 Mio $102 Mio
4.2018 Intel $18.657 Mio $5.195 Mio
AMD $1.419 Mio $38 Mio
1.2019 Intel $16.061 Mio $3.974 Mio
AMD $1.272 Mio $16 Mio
2.2019 Intel $16.505 Mio $4.179 Mio
AMD $1.531 Mio $35 Mio
3.2019 Intel $19.190 Mio $5.990 Mio
AMD $1.802 Mio $120 Mio
4.2019 Intel $20.209 Mio $6.905 Mio
AMD $2.127 Mio $170 Mio
1.2020 Intel $19.828 Mio $5.661 Mio
AMD $1.786 Mio $162 Mio
2.2020 Intel $19.728 Mio $5.105 Mio
AMD $1,932 Mio $157 Mio
3.2020 Intel $18.333 Mio $4.276 Mio
AMD $2.801 Mio $390 Mio

Quelle: AMD

Frank Schräer

Herausgeber, Chefredakteur und Webmaster

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