Windows 11 bereits für Intel „Alder Lake“ optimiert

Erste Benchmarks zeigen Leistungsplus von Hybrid-CPUs gegenüber Windows 10

Letzte Woche war eine erste Version von Windows 11 durchgesickert, die das neue Design zeigt. Jetzt wurde die neue Betriebssystemversion mit einer Intel ‚Lakefield‘ CPU getestet, um etwaige Unterschiede von Intels Hybrid-Architektur zu untersuchen. Und tatsächlich zeigt Windows 11 eine etwas bessere Performance als Windows 10 in einem System mit einem High-End und vier energieeffizienten CPU-Kernen.

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Microsoft will diese Woche offiziell seine neue Windows-Version zeigen. Nachdem vor wenigen Tagen aber bereits eine frühe Version des neuen Betriebssystems von Microsoft aufgetaucht war, konnte man sich bereits einen Eindruck verschaffen von dem neuen Oberflächendesign mit der zentrierten Taskleiste, dem nun als Fenster erscheinenden Startmenü und den abgerundeten Fensterecken.

Hot Hardware hat sich das Windows 11 aber nicht nur „oberflächlich“ angesehen, sondern auch auf einem Samsung Galaxy Book S getestet, um Unterschiede zu Windows 10 in der Performance zu untersuchen. Dieses Notebook war 2019 bereits mit einem Qualcomm Snapdragon 8cx angekündigt worden und ist in dieser Form seit März 2020 erhältlich. Es ist in einzelnen Weltregionen aber auch mit Intel Core i5-L16G7 erhältlich (Codename: Lakefield). Diese Ultramobil-CPU mit nur 7 Watt TDP wurde vor ziemlich genau einem Jahr offiziell vorgestellt und basiert auf einer Hybrid-Architektur mit fünf Kernen – einem „Sunny Cove“ High-End-Kern der „Ice Lake“ Generation und vier energieeffizienten „Gracemont“ CPU-Kernen der Atom-Serie.

Diese Hybrid-Architektur ist ein Vorgeschmack auf Intels „Alder Lake“ Desktop-Prozessoren, die ebenfalls über eine bestimmte Anzahl High-End-Kerne mit Unterstützung für Intel Hyper-Threading sowie einige energieeffiziente Kerne ohne Hyper-Threading verfügen. So war z.B. bereits eine 16-Kern-CPU aufgetaucht, die 24 Threads parallel verarbeiten kann. Die „Alder Lake“ Desktop-CPUs werden noch im Laufe dieses Jahres erwartet.

Eine solche Hybrid-Architektur muss vom Betriebssystem unterstützt werden, denn bei bisherigen x86-Prozessoren wollen alle Kerne gleich behandelt werden. Es ist aber ungünstig, wenn anspruchsvolle Aufgaben den energieeffizienten Kernen übertragen werden. Die korrekte Verteilung übernimmt der sogenannte Windows Scheduler.

Im Vergleich der aktuellsten Version von Windows 10 mit dem noch frühen, noch nicht fertigen Windows 11 konnte Hot Hardware bereits einen kleinen Leistungsvorsprung registrieren. In Geekbench 5 ist Windows 11 bei ansonsten gleichen Bedingungen 2 bis 6 Prozent schneller, während das neue Windows im Cinebench R23 sogar 8 % schneller ist. Beim Browserbench, der die Performance von Internet-Browsern reproduzieren soll, ist Windows 11 mehr als 10 % schneller.

PCMark 10 soll die Praxis darstellen in verschiedenen Produktivitätsszenarien wie Videokonferenzen, Tabellenkalkulation sowie Text, Bild- und Videobearbeitung und hier schneidet die neue Windows-Version ebenfalls besser ab. Nur im 3DMark, der stark von den Treibern abhängt, die für Windows 11 noch nicht optimiert sind, ist das bisherige Windows 10 21H2 schneller.

Insgesamt lässt sich deshalb festhalten dass Windows 11 bereits für Hybrid-Architekturen wie Intels ‚Lakefield‘ und „Alder Lake“ vorbereitet ist und schon im frühen Stadium Performance-Verbesserungen zeigt. Microsoft wird Windows 11 diese Woche, am 24. Juni offiziell präsentieren, aber wie lange es bis zur Verfügbarkeit dauern wird, ist noch nicht bekannt.

Quelle: Hot Hardware

Frank Schräer

Herausgeber, Chefredakteur und Webmaster

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