EU will Smartphone- und Tablet-Hersteller zu mehr Umweltfreundlichkeit drängen

Energielabel und Nachhaltigkeitsregeln sind geplant

Die EU plane laut aktuellen Medienberichten sowohl ein Energielabel als auch strengere Nachhaltigkeitsregeln für mobile Endgeräte. So sollen auch Smartphones ein EU-Energielabel tragen, wie man es von anderen Geräten wie beispielsweise Fernsehern oder auch Hausgeräten kennt. Ab 2023 sollen diese Kennzeichnungen für Smartphones und Tablets verpflichtend werden. Ob sie allerdings die Kaufentscheidungen der Nutzer beeinflussen, kann man für höchst fraglich halten. Über den Stromverbrauch eines permanent im Betrieb befindlichen Kühlschranks machen sich Nutzer vermutlich mehr Gedanken als bei einem Smartphone.

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Zusätzlich solle es Anforderungen an Reparierbarkeit und Langlebigkeit geben. Etwa sollen die Hersteller fünf Jahre lang Ersatzteile und Sicherheitsupdates liefern. Funktionsupdates sollen sie für mindestens drei Jahre liefern. Allerdings heißt das für sich genommen nicht viel, denn es käme natürlich auch auf die Intervalle an. Liefert ein Update etwa in fünf Jahren drei Updates, wäre das auch eher kontraproduktiv. Da ist aber noch nichts Genaueres zu den Vorgaben bekannt.

Akkus sollen wiederum entweder nach 1000 Ladezyklen immer noch mindestens 80 % ihrer Kapazität bieten oder austauschbar sein – dann reicht es, wenn sie für 500 Ladezyklen 80 % der Kapazität erhalten. Fünf Jahre lang sollen Smartphone-Hersteller zudem Ersatzteile wie Akkus, Kameras, Mikrofone und Co. an professionelle Werkstätten liefern. Ersatz-Displays sollen zudem sogar für Endkunden verfügbar sein. Tablet-Hersteller sollen ihre Ersatzteile sogar sechs Jahre lang vorhalten. Das wird damit begründet, dass die Lebenszyklen der Geräte länger sein. Die Hersteller sollen zudem verpflichtet werden die Preise der Ersatzteile zu veröffentlichen und nach Veröffentlichung nicht mehr zu erhöhen.

So könnte das EU-Label für Smartphones aussehen

Auch Reparaturanleitungen sollen die Anbieter veröffentlichen müssen – zu verhältnismäßigen Preisen. Auch soll beschlossen werden, dass Smartphones gegen Spritzwasser resistent sein müssen und nach standardisierten Tests mindestens 100 Stürze aus einem Meter Höhe überstehen. Ebenfalls soll es Transparenzpflichten geben, sodass etwa verarbeitete Rohstoffe wie Kobalt und Neodym ausgewiesen werden.

Die Hersteller dürften freilich von der zunehmenden Regulierung wenig angetan sein und auch für Kunden in der EU dürften sich dann wohl die Preise erhöhen. Die genannten Regeln sollen im Übrigen nicht nur für Smartphones und Tablets, sondern auch für Feature Phones und schnurlose Telefone gelten.

Quelle: Heise

André Westphal

Redakteur

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