Zendure SolarFlow im Test - Seite 5

Teurer Stromspeicher fürs Balkonkraftwerk

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Verbesserungspotenzial

Größtenteils funktionierte die Steuerung des Zendure SolarFlow über die App problemlos. Jedoch kam es zu einigen Ungereimtheiten, die Zendure in Zukunft angehen sollte.

So kam es einmal zu der Situation, dass der Speicher vollgeladen und danach nur noch 10 Watt von den Solarmodulen entgegengenommen wurde. Diese wurden vermutlich für den Eigenverbrauch verwendet, da weder eine Einspeisung in den Akku noch in das Heimnetz erfolgte. Diese Situation ließ sich auch durch mehrmaliges Anpassen der manuellen Ausgangsleistung in den Einstellungen nicht beheben. Auch die Auswahl von unterschiedlichen Modi half nicht. Erst nach einem Neustart des SolarFlow war das Problem behoben. Daraufhin wurden die knapp 650 Watt vollständig ins Hausnetz eingespeist.

Ebenfalls etwas eigenartig ist die Arbeitsweise des SolarFlow in den frühen Morgenstunden. Sobald Energie von den PV-Modulen erzeugt wird, fließt diese zunächst in den Akku. Erst nach ca. 30-40 Minuten erfolgt die Einspeisung ins Heimnetz. Hier würde ich davon ausgehen, dass die Energie direkt ins Heimnetz fließt und der Akku erst aufgeladen wird, sobald genügend Energie zur Verfügung steht.

Allgemein kam uns die Konfiguration über die festlegbare Ausgangsleistung in den Einstellungen auf der einen Seite und die drei Verhaltensmodi auf der anderen Seite etwas verwirrend vor. Hier gäbe es genügend Möglichkeiten zur Optimierung und vor allem klareren Darstellung, welche Option was genau bewirkt. Des Weiteren hätten wir uns gewünscht, dass wir unsere eigene Grundlast genau definieren können und nicht nur in Schritten zu 100 Watt. Ebenso wäre eine Option sinnvoll, mit der man die Einspeisung aus dem Akku in bestimmten Zeiten unterbinden kann.

Einbindung ins Smart Home

Die Einbindung in Smart-Home-Systeme wie Home Assistant, ioBroker und Co. kann über die Zendure-API erfolgen. Über MQTT lassen sich die Sensoren des SolarFlow auslesen. Die Steuerung des PVHub oder Anpassung der Ausgangsleistung zum Wechselrichter kann aktuell noch nicht angepasst werden. Dies steht aber bereits auf der Roadmap. Ebenso ist geplant, die Daten zukünftig direkt vom PVHub auslesen zu können, ohne den Umweg über die Cloud zu nehmen zu müssen.

Zendure SolarFlow in Home Assistant

Bleibt nur zu hoffen, dass die Konfiguration der Ausgangsleistung über die API nicht auch in 100-Watt-Schritten erfolgt, sondern wattgenau definiert werden kann. Sollte das so sein, ließe sich eine automatische Steuerung der Ausgangsleistung einrichten. SolarFlow bekommt den Hausverbrauch in nahezu Echtzeit gemeldet (entweder über das Auslesen des Stromzählers oder über ein 3-Phasen-Stromverbrauchsmessgerät wie z.B. Shelly Pro 3EM) und kann dann dynamisch reagieren und die Einspeisung anpassen.

Sonstiges

Ein schönes Detail soll nicht unerwähnt bleiben. Bei unserem Balkonkraftwerk mit zwei 440-Wp-Solarmodulen hat der Hoymiles-Wechselrichter in der Mittagszeit auf ca. 600 Watt abgeriegelt. Auch wenn die PV-Module mehr könnten. Mit Zendure Solarflow kann die bisher verschenkte Energie genutzt werden, wie ihr im ersten Screenshot sehen könnt. Hier werden insgesamt 715 Watt geliefert, die quasi komplett verwertet werden können.

Außerdem haben wir die Angaben aus der Zendure App mit den Angaben aus unserem Wechselrichter verglichen. Dieser meldete am Nachmittag eine Produktion von 1,64 kWh. Zum gleichen Zeitpunkt hat die Zendure App unter Heimgebrauch, also das was zum Wechselrichter fließt, 1,65 kWh angezeigt. Punktlandung.

Wirtschaftlichkeit

Werfen wir zum Schluss noch einen Blick auf die Wirtschaftlichkeit des Zendure SolarFlow. Der Preis mit einem Akku liegt aktuell bei 1176 Euro, mit zwei Akkus bei 1680 Euro, mit drei Akkus bei 2184 Euro und mit vier Akkus bei 2688 Euro. Ein Akku kostet also 504 Euro. Mittlerweile können die Akkus auch einzeln erworben werden, kosten mit 756 Euro aber deutlich mehr.

Gehen wir davon aus, dass der Akku mit 0,96 kWh 200-mal im Jahr komplett aufgeladen werden kann und die gespeicherte Energie vollständig in der Nacht verbraucht wird. Damit ergibt sich bei einem Strompreis von 40 Cent pro Kilowattstunde eine Ersparnis von 76,80 Euro pro Jahr. Das Zendure SolarFlow System würde sich also erst nach ca. 15 Jahren amortisieren. Nicht berücksichtigt sind dabei aber Wandlerverluste, welche die Ersparnis mindestens um 10 Prozent senken. Ebenso sinkt die Speicherkapazität des Akkus. In unserem Beispiel dürfte diese nach 10 Jahren nur noch ca. 85 Prozent des Maximalwerts betragen. Des Weiteren sind 15 Jahre eine lange Zeit und es ist nicht gesichert, dass die Komponenten so lange durchhalten.

Bei zwei Akkus mit einer Gesamtkapazität von 1,92 kWh sieht die Rechnung etwas besser aus, aber man landet dennoch bei 11 Jahren. Hier gilt es allerdings zu bedenken, dass die Akkus vermutlich nicht 200-mal im Jahr komplett vollgeladen werden können.

Ihr seht, die Wirtschaftlichkeit ist hier nur in Ausnahmefällen gegeben. Immerhin gewährt Zendure 10 Jahre Garantie, sowohl auf den PVHub als auch auf den Akku.

Tobias Rieder

Arbeitet seit September 2008 als freier Redakteur für Hartware.net. Nebenbei betreibt er seine beiden Blogs Antary und SSDblog.

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21 Antworten

  1. Behrendt sagt:

    Leider musste ich feststellen das beim entladen von 2 Akkus bei einer Entladung von 5% eine Batterie 0% entladen tut und die andere Batterie 10% bleib kann das gut sein für die Batterie?

    • Für die Batterie welche auf 10% bleibt schon, für die andere eher nicht.
      Fügt sich aber gut in die restlichen App bzw. Firmware-Probleme ein. Denke Zendure wird hier bald mit weiteres Updates nachbessern!

    • Patrick sagt:

      Hallöchen Behrendt, das ist eine Zusammenfassung der Akkus der durchschnittliche wird ermittelt. Das BMS lässt eine Tiefentladung nicht zu.. Selbstschutz liegt bei 5%

  2. Mitch sagt:

    Ja, das Problem mit der 0% Entladung kann ich nur bestätigen. Hoffe, das an der Software per Update was geändert wird, wie auch am den 100erten Einspeisungsoptionen….

  3. Reinhard sagt:

    Zur Info:
    Ich besitze ein Solarflow System. Die Mängel der fehlenden Steuerung und Wattgenauen Regelung/Abstimmung mit dem Stromzähler waren mir so zuwider dass ich eine ebensolche gebaut habe.
    Durch Ausforschen der (unverschlüsselten!!) MQTT Kommunikation des PV Hubs mit der Zendure Cloud kann man über eben diese Kommandos an den Hub senden und sowohl Lade/Entladesteuerung als auch die Wattgenaue ausgabe an den eigenen WR regeln!
    Anm.: eine soche Lösung sollte standalone funktionieren ohne Cloud, ein negativer Punkt ist dass die Terminsteuerung des Hubs nur über die Cloud funktioniert.

  4. Karsten U. sagt:

    Diese 0% Entladewerte nerven mich auch ganz tierisch wenn man mehrere Batterien koppelt. Da entspricht der angezeigt Wert einfach nicht der Realität. Ist für mich unverständlich, warum das nicht besser gelöst wurde.

    Der Rest des Systems ist dafür aber umso erfreulicher, soweit ich das jetzt nach einem Sommer schon beurteilen kann.

  5. Marc Hauser sagt:

    Hallo Tobias,

    vielen Dank für deine Arbeit und deinen ausführlichen Test!
    Da du deinen HM Wechselricher ja schon über AhoyDTU ansprichst und sogar ein HomeAssistent laufen hast ist dir schonmal der Gedanken gekommen deinen HM WR Wattgenau zu regeln wenn du die Input Daten deines Hausverbrauches kennst?
    https://community.simon42.com/t/nulleinspeisung-pv-mit-node-red/615/71

    Es müsste eigentliche funktionieren, den Hup auf maximale Ausgangsleistung zu stellen und den WR entsprechend des Stromverbauches des Hauses zu regeln.

    Freue mich auf deine Rückmeldung
    VG
    Marc

    • Hallo Marc,
      ich hatte darüber gelesen, aber leider noch keine Zeit das selbst zu testen. Aktuell bin ich mit dem Test des Ecoflow PowerStream beschäftigt.

      Außerdem hoffe ich, dass Zendure da wie versprochen nachbessert. Zum einen, dass die Regelung über das SolarFlow nativ funktioniert und zweitens, dass eine lokale Kommunikation mit dem SolarFlow möglich ist. Das Changelog des neuen App-Updates lässt mich hoffen:

      1. Amup-Modus zu SBV hinzugefügt.
      2. Push-Funktion hinzufügen.
      3. Das Gerät unterstützt die Offline-Datensynchronisierung.
      4. Fügen Sie ein Mall-Modul hinzu.
      5. SolarFlow-Bypass-Modus hinzugefügt.
      6. Die Option „Family First“ wurde zum Smart-Matching-Modus hinzugefügt.
      7. Smart CT-Modus hinzugefügt.
      8. Zugang zum Satellitenmonitor-CT.
      9. Shelly 3EM Pro-Zugriff.

      Hinweis: Einige neue Funktionen erfordern die Firmware-Unterstützung SolarFlow 3.0.0, die eine Woche später veröffentlicht wird.

    • Sepp sagt:

      Hallo, ja das geht, so lass ich es laufen.
      Hub läuft auf Intelligenter Abgleichmodus mit vollen 1200 Watt.
      Meine OpenDTU in Verbindung mit Shelly 3EM regelt dann sehr schnell, da es ohne Cloud läuft nur im heimischen WLAN.
      Gruß
      Sepp

  6. Reno sagt:

    Hallöchen liebe Gemeinde. Habe einen Growatt mic 1500tl-x Wechselrichter und und wenn ich den Hub anschließen möchte mit dem y Stecker, funktioniert der Wechselrichter nicht mehr! woran kann das liegen? Habe 2 Panele wie beschrieben an den Zendure Hup angeschlossen und 3 Paneele an meinen Wechselrichter. Der Ausgang vom Hup sollte dann mit dem y Stecker mit dem Wechselrichter verbunden werden.

    • Hallo Reno, das liegt vermutlich daran, dass irgendetwas bei der Verkabelung falsch gelaufen ist. Du musst beachten, dass dein Growatt ein 1-String-Wechselrichter ist. Dieser unterstützt beim Strom maximal 13 A und der Spannungsbereich liegt zwischen 50 und 500 V. D.h. du müsstest alle Paneele und den Solarflow in Reihe schalten (Plus auf Minus). Am besten misst du mal nach, welche Werte du hast.

    • Reno sagt:

      Danke für die schnelle Rückmeldung, hatte mein Growatt in der Zwischenzeit gegen einen Hoymiles hm-1500 getauscht. Und dann am 2 Tag fingen die Probleme erst so richtig an. Tag 1, alles läuft prima. Tag 2 Hub leuchtet rot und bricht im 5 Minuten takt ab. Tag 3 in der App werden die Akkus angezeigt aber nicht geladen, Paneele liefern etwa 800 Watt. Der Hub schiebt die Energie irgend wo hin, weiß aber nicht wo. Der Wechselrichter zeigt an, Eingang 4 keine Verbindung und die LED am Hub für den Speicher ist auch dunkel. 2 Minuten später Totalausfall und nach weiteren 5 Minuten wird das Update erneut verlangt. Am nächsten Morgen war das Update von selbst wieder da, aber der Rest der Probleme ( keine Speicherladung, Wechselrichter erkennt Hub nicht) bestand weiterhin. Hab alles wieder abgebaut und verpackt, geht alles wieder zurück zu Zendure. Der Hersteller hat nicht mal gefragt ob sie mir helfen können, war ihnen egal! Bin erstmal geheilt von einem Speicher für Balkonkraftwerk. Werde lieber noch 1-2 Jahre warten bis alle Kinderkrankheiten aus der Welt geschafft sind.

  7. Roland sagt:

    Hallo zusammen, da WPA3 nicht funktioniert arbeite ich mit der Bluetooth Schnittstelle. Allerdings funktioniert auch diese nur ab und zu, obwohl das Handy neben dem PV-Hub liegt. Hättet ihr mir einen Tipp wie ich eine stabile Bluetooth verbindung zum PV-Hub bekomme.

    • Klappt bei uns ohne Probleme.
      Sind alle Updates (PV-Hub und App) installiert? Vielleicht mal die Bluetooth-Verbindung am Handy löschen und neu einrichten. Oder wenn möglich mit einem anderen Handy oder Tablet prüfen, ob es sich auch so problematisch verhält oder nicht.

  8. MaXx.Grr sagt:

    Servus Gemeinde!

    Mir ist die chinesische Cloud auch ein bisserl ein Dorn im Auge. Da die SolarFlow-App aber auch über Bluetooth funktioniert, könnte man das ja vielleicht umgehen. Daher wäre es interessant, ob man auch via Bluetooth die MQTT-Schnittstelle ansprechen kann. Hat schon mal jemand ausprobiert, ob eine serielle Schnittstelle o.ä. über Bluetooth vorhanden ist?

    Grüazi, MaXx

    • Laut Zendure soll es mit einem zukünftigen Update möglich sein, dass man die MQTT-Schnittstelle lokal abfragen kann. Hätte dann auch den Vorteil, dass die Daten etwas schneller zur Verfügung stehen und sollte ohne Cloud auch stabiler sein.

  9. Jürgen sagt:

    Guten Morgen, meine Balkon Solarset 1660Wp MR 3 kWh Solarspeicher HMS-1600 Mikroinverter Black Frame Anlage habe ich seit Dez 2023 in Betrieb.
    Ich habe mal gelesen, dass die Firmware in eine bestimmte Reihenfolge aktualisiert werden muß und vorher die Speicher einmal 100% geladen und entladen werden müssen.
    Meine Akkuladungen heute: 1. =27%, 2. =5%, 3. =0% Temperatur 8°C

    Es wäre schön ein paar hilfreiche Tipps zu bekommen. 🙂

    Gruß Jürgen

    • Zuerst die Akkus (BMS Firmware) aktualisieren und danach erst den PVHub (Master Firmware). Wenn zuerst der PVHub aktualisiert wird, könnte es sein, dass die Akkus nicht mehr erkannt werden.
      Mit der neuesten Firmware und einigen Vollzyklen sollten sich die Akkustände aber auch angleichen. Im Winter ist das allerdings etwas schwierig die Akkus entsprechend voll zu bekommen.

  10. Wolfgang Fedyna sagt:

    Hallo ,
    habe die Zendure SolarFlow 1200 mit 2 AB 2000 Speicher,
    seit gestern funktioniert nur noch der Solar Input 1
    der Input Nr. 2 bringt 0 Watt . Habe die angeschlossene Module getauscht weiterhin 0 Watt
    also die Module funktionieren. Reset usw. brachte auch kein Erfolg.
    Master Firmenware V2.0.38
    BMS Firmenware V1.09
    Denke das der Hub ausgetauscht werden muss

    • Ja das wird höchstwahrscheinlich so sein. Am besten nimmst du direkt mit Zendure Kontakt auf bzw. dem Shop, wo du es gekauft hast.

    • Torsten sagt:

      Ist bei mir auch so, Solarflow 1200 Input 1 defekt, ich bekomme einen Austausch (hoffentlich). Zwischenzeitlich hatte ich mir den Hub 2000 bestellt, gleiches Ergebnis, Input 1 ist kurz hochgefahren und nach 20 Minuten Null Eingang. Natürlich wieder alles hin und hergstöpselt ohne Erfolg. Nun laufen 3 Panele a 430Wp via Y in Input 2 ohne Probleme. Ein viertes Panel geht direkt in den Wechselrichter fürdie Grundlast am Tag um mit den anderen 3 auf Akku Prio Modus die 4kW Speicher zu füllen. Eigentlich läuft das System echt gut – wäre da nicht bei beiden Hubs der defekte Eingang 1. Ich reklamiere nun auch den Hub 2000 aber erst nachdem der Austausch Hub 1200 da sit, es kann ja sonst Wochen dauern bis Ersatz kommt.

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