Preise für NAND-Flash steigen um 50 Prozent

Wie beim Hauptspeicher verschärfen sich Engpässe durch KI-Boom

Der weltweite NAND-Flash-Markt erlebt derzeit eine massive Preisexplosion. Aus Taiwan wird berichtet, hat Sandisk im November 2025 die Vertragspreise für NAND-Flash um 50 Prozent angehoben – eine Reaktion auf das derzeitige Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage. Der Grund: Der anhaltende KI-Boom sorgt für einen enormen Bedarf an Datenspeicher, ähnlich wie bei DRAM, dessen Preise im Jahresvergleich bereits um 172 Prozent gestiegen sind.

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Die plötzliche Preiserhöhung hat weitreichende Folgen: Mehrere Modulhersteller – darunter Transcend, Innodisk und Apacer Technology – haben ihre Auslieferungen vorübergehend gestoppt, um Preisstrukturen und Kundenverträge neu zu bewerten. Transcend hat sogar alle neuen Angebote und Lieferungen seit dem 7. November ausgesetzt und rechnet mit einem anhaltenden NAND-Flash-Mangel, der die Preise noch eine Weile steigen lassen dürfte, bevor sie sich auf einem stabileren Niveau einpendeln.

Trotz der angespannten Lage profitieren die Speicherhersteller finanziell deutlich. Transcend meldete für das dritte Quartal 2025 einen Umsatz von umgerechnet rund 133 Mio. US-Dollar – ein Plus von 27 Prozent gegenüber dem Vorquartal und 63 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Bruttomarge lag bei fast 45 Prozent, der Nettogewinn stieg um 334 Prozent. Auch Innodisk (ca. 123 Millionen Dollar, +64 Prozent) und Apacer (ca. 104 Millionen Dollar, +70 Prozent) verzeichneten neue Rekordzahlen.

Bild von manseok Kim auf Pixabay

Laut Phison-CEO Pua Khein-Seng könnte die NAND-Knappheit bis zu zehn Jahre andauern. Der Grund: Seit 2023 sind viele Investitionen in High-Bandwidth Memory (HBM) geflossen, während die NAND-Entwicklung ins Hintertreffen geriet – genau in dem Moment, als die Nachfrage durch KI-Inferenz-Workloads und Modellspeicherung wieder anstieg.

Die Preiswelle im NAND-Markt ist damit wohl erst der Anfang eines langfristigen Aufwärtstrends, den PC-Nutzer vorrangig bei höheren SSD-Preisen zu spüren bekommen dürften.

Quelle: Digitimes

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Frank Schräer

Herausgeber, Chefredakteur und Webmaster

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