Der taiwanische Halbleiterhersteller TSMC treibt den Ausbau seiner US-Fertigung deutlich schneller voran als bislang erwartet. Im Fokus steht dabei die zweite Ausbauphase der Fab 21 in Arizona, deren Zeitplan nun spürbar nach vorne gezogen wurde. Nach aktuellen Planungen soll die Installation der Produktionsanlagen bereits im Oktober 2026 beginnen. Erste Fertigungslinien könnten dann schon in der ersten Jahreshälfte 2027 anlaufen.
Besonders bemerkenswert: Die Massenproduktion von 3-Nanometer-Chips ist nun für die zweite Hälfte 2027 vorgesehen – ein Jahr früher als ursprünglich prognostiziert. Diese Anpassung ist kein Zufall, sondern das Ergebnis deutlich verbesserter Projektumsetzung außerhalb Taiwans. Während der Aufbau von Fabriken im Ausland früher rund sechs Quartale in Anspruch nahm, konnte TSMC diesen Zeitraum mittlerweile auf etwa vier bis fünf Quartale verkürzen.
Gerade die ersten US-Projekte wie die 2021 in Arizona gebaute 5-nm-Chipfabrik hatten noch mit langen Bauzeiten von bis zu drei Jahren zu kämpfen. Inzwischen profitiert das Unternehmen jedoch von wachsender Erfahrung mit lokalen Lieferketten, regulatorischen Rahmenbedingungen und Projektmanagementstrukturen. Diese Lernkurve schlägt sich nun direkt in effizienteren Bau- und Inbetriebnahmeprozessen nieder.
Um die ambitionierten Zeitziele zu erreichen, plant TSMC einen gezielten Ausbau der Belegschaft in den USA. Besonders im Fokus stehen dabei Spezialisten für elektromechanische Systeme in Reinräumen – ein kritischer Faktor für die schnelle Betriebsbereitschaft moderner Halbleiterfabriken. Parallel dazu investiert das Unternehmen verstärkt in zentrale Infrastrukturen und Versorgungssysteme, um optimale Voraussetzungen für die Produktion auf fortschrittlichen Technologieknoten zu schaffen.
Die Erweiterung der Fab 21 ist Teil einer umfassenderen Strategie: TSMC will seine Fertigungskapazitäten geografisch diversifizieren und gleichzeitig der steigenden Nachfrage nach Hochleistungschips gerecht werden. Bis 2028 könnten Fabriken außerhalb Taiwans bereits rund 20 Prozent der gesamten Produktionskapazität ausmachen. Insbesondere die USA gewinnen dabei an Bedeutung – vor allem im Bereich fortschrittlicher Fertigungstechnologien. Langfristig geht der Konzern davon aus, dass bis 2030 etwa 30 Prozent der Kapazitäten für Prozessknoten von 2 Nanometer und darunter in den Vereinigten Staaten angesiedelt sein könnten.
Quelle: Commercial Times Taiwan


Neueste Kommentare
26. März 2026
25. März 2026
25. März 2026
25. März 2026
24. März 2026
8. März 2026