AMD gräbt Zen 2 und Zen+ mit neuen CPU-Modellen wieder aus

Ryzen 7 4700LE für Desktop-PCs sowie Ryzen 5 3501U und Ryzen 3 3100U für Laptops

Während sich die Aufmerksamkeit der Branche auf moderne Zen 5 Prozessoren und kommende Generationen richtet, überrascht AMD mit der Einführung von drei Prozessoren, die auf deutlich älteren Architekturen basieren. Mit dem Ryzen 7 4700LE, Ryzen 5 3501U und Ryzen 3 3100U erweitert das Unternehmen sein Portfolio um Modelle auf Basis von Zen 2 und sogar Zen+.

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Die Entscheidung wirkt auf den ersten Blick ungewöhnlich: Die Zen+ Mikroarchitektur wurde bereits 2018 vorgestellt, Zen 2 folgte 2019. Dennoch könnten die neuen CPUs für OEM-Hersteller, Embedded-Systeme und günstige Notebooks eine interessante Rolle spielen.

Das hatte sich bereits Anfang dieses Jahres abgezeichnet, als berichtet wurde, dass AMD wegen der Speicherkrise über die Neuauflage älterer Ryzen-CPUs nachdenkt. Zur Computex im Juni wurde dann die Jubiläumsversion des Ryzen 7 5800X3D für den AM4-Sockel eingeführt, aber das war offenbar erst der Anfang der neuen CPU-Versionen für ältere Plattformen.

Das leistungsstärkste der drei Modelle ist der Ryzen 7 4700LE, der auf der Zen 2 Architektur basiert. Der Prozessor für den AM4-Sockel erfügt über 8 Kerne und 16 Threads, 3,6 GHz Basistakt mit bis zu 4,2 GHz Boost-Takt bei 65 Watt TDP. AMD führt den Chip als reine OEM-Lösung. Interessant ist dabei, dass die offizielle Produktseite keine integrierte Grafikeinheit erwähnt. Dies unterscheidet den Prozessor von vielen anderen Renoir-basierten Desktop-APUs, die üblicherweise mit einer integrierten Radeon-Grafik ausgestattet sind.

Der Ryzen 7 4700LE dürfte vor allem für vorgefertigte Systeme und spezielle OEM-Konfigurationen vorgesehen sein, bei denen bestehende AM4-Infrastrukturen weiterhin genutzt werden sollen.

Zusätzlich hat AMD zwei neue Mobilprozessoren in die Ryzen 3000U Serie aufgenommen. Beide basieren auf der Picasso-Plattform und nutzen die mittlerweile acht Jahre alte Zen+ Architektur. Der leistungsstärkere Ryzen 5 3501U bietet 4 Kerne und 8 Threads, 2,1 GHz Basistakt mit bis zu 3,7 GHz Boost und eine integrierte Radeon Vega 8 Grafikeinheit. Beim Ryzen 3 3100U setzt AMD auf eine deutlich einfachere Ausstattung mit 2 Kernen und 2 Threads, 1,9 GHz Basistakt mit bis zu 3,2 GHz Boost und ebenfalls Radeon Vega 8 Grafikeinheit.

Die geringe Thread-Anzahl fällt insbesondere beim Ryzen 3 3100U auf. In einer Zeit, in der selbst Einsteiger-CPUs häufig vier oder mehr Kerne mit SMT bieten, wirkt die Konfiguration ungewöhnlich konservativ.

Abgesehen von den CPU-Kernen teilen beide Ryzen 3000U Modelle weitgehend dieselbe technische Basis, nämlich die Radeon Vega 8 iGPU mit 8 Compute Units und einer Grafikfrequenz von bis zu 1200 MHz, Unterstützung für DDR4-2400 Speicher, FP5-Gehäuse für Notebooks sowie einer Standard-TDP von 15 Watt. AMD gibt zudem einen konfigurierbaren TDP-Bereich von 12 bis 35 Watt an. Dadurch können Hersteller die Prozessoren sowohl in besonders energieeffizienten Geräten als auch in leistungsstärkeren Embedded-Lösungen einsetzen.

Laut den AMD-Produktseiten sollen der Ryzen 5 3501U und Ryzen 3 3100U im zweiten Quartal 2026 verfügbar werden. Preisangaben liegen bislang nicht vor. Während der Ryzen 7 4700LE ausdrücklich als OEM-Modell geführt wird, dürften die beiden U-Prozessoren vor allem für günstige Notebooks, Thin Clients, Industrie-PCs und Embedded-Plattformen gedacht sein.

Die Einführung der neuen Modelle zeigt, dass ältere Fertigungs- und Architekturplattformen weiterhin wirtschaftlich attraktiv sein können. Auch Intel geht mit der „Raptor Lake Next“ CPU-Wiederauflage für DDR-Plattformen diesen Weg. Für viele Einsatzgebiete stehen nicht maximale Leistung oder moderne KI-Funktionen im Vordergrund, sondern niedrige Kosten, lange Verfügbarkeit und bewährte Plattformen. Gerade im Embedded-Bereich, bei preisgünstigen Notebooks sowie für OEMs und Hersteller kostensensitiver Systeme.

Quelle: Gray aka Olrak29 @ X

Frank Schräer

Herausgeber, Chefredakteur und Webmaster

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