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21.12.2005 | von Gottfried Hofmann

HomePlug - Netzwerk per Steckdose

Ausführlicher Test von HomePlug Adaptern von Allnet, devolo und Hama

In immer mehr Haushalten findet sich inzwischen ein Netzwerk. Sei es, um den Breitband-Internetzugang in möglichst vielen Zimmern nutzen zu können oder weil man Multimediainhalte verteilen und ab und zu das Lieblings-Computerspiel in einer Mehrspielerpartie genießen will. Zur herkömmlichen Vernetzung per Kabel ist ein drahtloses Funknetzwerk per Wireless-LAN (WLAN) inzwischen eine ausgereifte Alternative geworden. Aber in der Wohnung stößt auch WLAN schnell an seine Grenzen. Die aufwändige Verkabelung fällt zwar weg, dafür ist in vielen Wohnsituationen nur eine begrenzte Reichweite von bis zu 20 Metern möglich. Ist die Decke aus gegossenem Stahlbeton, so kann es sogar sein, dass die drahtlose Verbindung nichtmal von einem Stockwerk ins andere zustandekommen will.
Eine dritte Möglichkeit zur Vernetzung bietet die in jemden Haushalt bereits vorzufindende Steckdose. Mittels Powerline / Homeplug wird aus der internen Verkabelung ein Netzwerk mit Reichweiten von bis zu 200 Metern. Die Nachteile von WLAN und einer komplizierten Verkabelung können dadurch umschifft werden. Dafür hat Powerline in der Praxis aber mit anderen Problemen zu kämpfen, die Technik soll aber in der nächsten Zeit dank neuer Standards einen deutlichen Entwicklungsschub erhalten. Wo eine Vernetzung über die Steckdose eine sinnvoller Alternative sein kann und wo sich ein Abwarten von kommenden Entwicklungen empfiehlt soll dieser Praxistest von Hartware.net herausfinden. Hierzu wurden mit Adaptern verschiedener Hersteller die Wohnsituationen „Einfamilienhaus“ und „Mietshaus / Wohnheim“ näher unter die Lupe genommen.


Prinzip von HomePlug - erklärt von devolo

Geschichtliches
Die Grundidee zu HomePlug stammt noch aus der Zeit, als breitbandige Internetanbindungen wie beispielsweise DSL noch lange nicht die heutige Verbreitung gefunden hatten. Die Idee war, dass die Stromanbieter auch gleichzeitig zum Provider werden und die Haushalte mit breitbandigen und von der zeitlichen Taktung unabhängigen Internetanbindungen versorgen. Doch die Hoffnung für viele ISDN- und 56k-Modem-geplagte Nutzer verlief nach einigen Feldversuchen und Reibereien mit den Regulierungsbehörden und Standardisierungsgremien im Sande. Zu viele Probleme galt es in den Griff zu kriegen. Noch dazu interferierte die Powerline-Technologie stark mit dem Kurzwellenfunk. Mit der Zeit waren breitbandige Internetanbindungen über DSL etc. dann so weit verbreitet, dass die Stromanbieter dem dem vergleichsweise langsamen und störanfälligern Powerline auf dem Internetmarkt keine Chancen mehr sahen und ihre Bemühungen dahingehend zum größten Teil einstellten.
Dabei war das Grundprinzip von Powerline eigentlich eine über Jahre hin bewährte Sache. Auf die 50 Hz der Stromleitung wird eine wesentlich höhere Frequenz aufmoduliert und zur Übertragung von Daten eingesetzt. Auf diese Weise wurden unter anderem auch Rundfunkprogramme übertragen. Während des zweiten Weltkriegs beispielsweise war der „Drahtfunk“ eine verbreitete Möglichkeit, auch dann noch Nachrichten zu übertragen, wenn die normalen Sendestationen für Radio abgeschaltet waren. Auch das Ein- und Ausschalten der Straßenbeleuchtung wird seit Jahrzehnten über eine Powerline-ähnliche Methode bewerkstelligt. Die Energieunternehmen selbst tauschen seit langer Zeit Nachrichten über die Hochspannungsleitungen mit einer Powerline-Technologie aus.
Den Ansprüchen moderner Telelommunikation mit großen Datenmengen war das Konzept dann auch nach vielen Weiterentwicklungen und Optimierungen nicht gewachsen. Doch das gewonnene Know-How ist in keinster Weise verloren. Im Gegenteil, die Verlagerung von der „letzten Meile“ direkt in die Haushalte hat neue Anwendungsmöglichkeiten enstehen lassen. Und so hat Powerline in Form des „HomePlug“ Standards ein Revival erlebt und wird nun zur Vernetzung privater Haushalte eingesetzt.

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