2002 – kein gutes Jahr für AMD

AMD-Chef sieht aber positive Ansätze: ''Das Schlimmste liegt hinter uns''

Einen Tag nach Intel hat auch Konkurrent AMD seine finanziellen Ergebnisse des vierten Quartals und des ganzen Jahres 2002 bekannt gegeben. Hier sieht es bei weitem nicht so rosig aus wie beim Marktführer, aber Licht und Schatten wechseln sich ab. Den erwarteten Umsatz von 700 Millionen US-Dollar hat AMD nun doch nicht ganz erreichen können, es sind $686 Mio. geworden. Damit konnte man den Umsatz im traditionell starken Jahresendquartal zwar um 35% gegenüber dem dritten Quartal steigern, im Vergleich mit dem vierten Quartal 2001 sank das Ergebnis aber um 28%.

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Die eingefahrenen Verluste sind enorm. Allein im vierten Quartal muss der Prozessorhersteller einen “negativen Gewinn“ von 855 Millionen US-Dollar verzeichnen. Damit beläuft sich der Nettogesamtverlust des Jahres 2002 auf 1.3 Milliarden Dollar – bei einem Jahresumsatz von $2.7 Milliarden.

Allerdings verweist AMD auf die im letzten Quartal angefallenen (einmaligen) außerordentlichen Aufwendungen und die Effekte der laufenden Umstruktierung, die die laufenden Kosten deutlich senken soll. Ohne diese Aufwendungen liegt der Verlust des vierten Quartals 2002 “nur noch“ bei $235 Mio. – der sogenannte “operative Verlust“.
Übrigens wird AMD auch in diesem Jahr weitere Stellen abbauen. Bis Ende 2003 sollen noch 1600 der derzeit insgesamt 12.800 Arbeitsplätze wegfallen. Damit will man die Kosten soweit senken, dass ein Umsatz von knapp unter $800 Mio. einen Gewinn einbringt. Im zweiten Quartal 2003 soll dies erreicht werden.
Die positiven Nachrichten: AMD konnte im vierten Quartal deutlich mehr Prozessoren absetzen als zuvor. Die Einkünfte aus CPU-Verkäufen lagen mit $420 Mio. um 60% höher als noch im dritten Quartal ($262 Mio.). Dies lag zum einen an gestiegenen Stückzahlen und zum anderen am höheren durchschnittlichen Verkaufspreis. Außerdem wurden die Lagerbestände an Prozessoren abgebaut.
AMD konnte daneben seine langfristigen finanziellen Verpflichtungen am Standort Dresden durch neue Verhandlungen senken. Dadurch spart man in 2003 etwa 200 Millionen US-Dollar ein.

Der Prozessorhersteller blickt positiv in die Zukunft – auch aufgrund des leichten Aufschwungs im vierten Quartal. AMD-Chef Hector Ruiz sagte: “2002 war ein schreckliches Jahr, aber das Schlimmste liegt hinter uns. Wir haben das Jahr stark abgeschlossen und Marktanteile bei den CPUs hinzugewonnen.“
Obwohl das erste Quartal eines Jahres im Hardware-Business traditionell deutlich schwächer ist als das vorhergehende, erwartet AMD sogar einen Ertragszuwachs bei den CPUs und damit einen leichten Anstieg des Umsatzes. Ein Grund dafür soll auch die für Februar geplante Einführung des Athlon XP mit Barton-Kern sein.
Mittelfristig will sich AMD auf die Qualifizierung des Produktionsprozesses in 90nm Technologie konzentrieren. Diese soll im vierten Quartal diesen Jahres abgeschlossen werden, so dass dann mit der Herstellung begonnen werden kann. Derzeit wird in 130nm Technologie gefertigt.

Hier der Überblick über die wirtschaftliche Entwicklung bei AMD und Intel seit der Jahrtausendwende:

Quartal Firma Umsatz Gewinn
1.2000 Intel $7993 Mio $2696 Mio
AMD $1092 Mio $189 Mio
2.2000 Intel $8300 Mio $3137 Mio
AMD $1170 Mio $207 Mio
3.2000 Intel $8731 Mio $2509 Mio
AMD $1207 Mio $219 Mio
4.2000 Intel $8702 Mio $2193 Mio
AMD $1175 Mio $178 Mio
1.2001 Intel $6677 Mio $485 Mio
AMD $1188 Mio $125 Mio
2.2001 Intel $6334 Mio $196 Mio
AMD $985 Mio $17,4 Mio
3.2001 Intel $6545 Mio $106 Mio
AMD $766 Mio – $187 Mio
4.2001 Intel $6983 Mio $504 Mio
AMD $952 Mio – $16 Mio
1.2002 Intel $6781 Mio $936 Mio
AMD $902 Mio – $9 Mio
2.2002 Intel $6319 Mio $446 Mio
AMD $600 Mio – $185 Mio
3.2002 Intel $6504 Mio $686 Mio
AMD $508 Mio – $254 Mio
4.2002 Intel $7160 Mio $1049 Mio
AMD $686 Mio – $855 Mio

Weitere Informationen zu AMDs Ergebnis und die ausführlichen Erläuterungen des Herstellers entnehmt bitte der Pressemitteilung.

Quelle: E-Mail

Frank Schräer

Herausgeber, Chefredakteur und Webmaster

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