VIA stellt Nehemiah-CPU vor

Neuer C3 mit 1 GHz, überarbeitetem Kern und geringem Stromverbrauch

VIA Technologie hat gestern eine neue Version des C3 Prozessors vorgestellt. Die CPU mit der internen Bezeichnung ‚C5XL‘ und dem Codenamen ‚Nehemiah‘ war schon vor knapp zwei Jahren für Ende 2001 angekündigt worden, dazu auch noch mit größerem Level-2 Cache und höherer Taktfrequenz. Damals war man von mindestens 1.2 GHz ausgegangen, nun startet der neue C3 erstmal mit 1.0 GHz, soll aber wohl bald bis auf 1.5 GHz beschleunigt werden. Außerdem besitzt die CPU wie der Vorgänger ‚Ezra‘ einen 64KB großen L2-Cache und keinen mit 256KB.

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Der Prozessor wird in 130nm Technologie gefertigt und wurde im Kern in einigen Punkten überarbeitet. So wurde die mittlerweile praktisch bedeutungslose Befehlserweiterung 3DNow! (von AMD) herausgenommen und Intels SSE integriert. SSE hatte ja schon im Athlon XP (Palomino-Kern) Einzug gehalten und der kommende Athlon 64 wird sogar SSE2 unterstützen.

Außerdem wurde im Nehemiah die Pipeline verlängert, was höhere Taktfrequenzen ermöglicht, die Caches wurden beschlenuigt und die Gleitkommaeinheit (FPU) läuft nun mit vollem CPU-Takt (statt wie zuvor nur mit halbem). Dies alles führt zu einer zum Teil recht deutlichen Leistungsverbesserung gegenüber dem alten C3 Prozessor mit Ezra-Kern, wie sich in einem ersten Test bei Digit-Life.com zeigte. Gegen einen Celeron mit 1.3 GHz und Tualatin-Kern hat der Nehemiah aber Performance-mäßig trotzdem nicht den Hauch einer Chance.
Die Stärke des neuen C3 liegt laut VIA aber auch im sehr niedrigen Stromverbrauch, der bei 1 GHz Taktfrequenz nur knapp 11 Watt betragen soll. Celeron- und Duron-CPUs verbrauchen bei einem solchen Takt mehr als 25W bzw. 45W. Damit soll der Nehemiah vor allem in PCs für die Büroarbeit oder das Wohnzimmer geeignet sein, wo es auf den leisen Betrieb ankommt.
Der neue C3 verwendet weiterhin den Sockel-370 und läuft mit einem Front Side Bus von 133MHz, aber auch 100 und 66 MHz sollen möglich sein. Ein Tualatin-fähiges Mainboard wird angeblich benötigt, d.h. eine alte Platine mit dem Intel BX Chipsatz ist für ein Upgrade mit dieser CPU wohl nicht geeignet.

Interessant ist weiterhin, dass der Nehemiah als erster x86-Prozessor eine “Data Encryption Engine“ integriert hat. Bei VIA hört sie auf den Namen ‚PadLock‘. Dahinter steckt ein für die Datenverschlüsselung gedachter Zufallsgenerator, der den Namen auch verdient, denn er nutzt dafür das zufällige elektrische Rauschen des Chips und keine Software-Lösung.

Der neue C3 mit 1 GHz kostet im Einkauf und bei Abnahme von großen Mengen $45 pro Stück.
Weitere Informationen über den neuen Prozessor von VIA entnehmt bitte der Pressemitteilung.

VIA C3 mit 1 GHz

Quelle: E-Mail

Frank Schräer

Herausgeber, Chefredakteur und Webmaster

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