Speicherbandbreite des Athlon 64

Ist der Athlon 64 dem Pentium 4 aufgrund der RAM-Anbindung unterlegen?

Dual-Channel DDR SDRAM Speicherschnittstellen kommen immer mehr in Mode. Nach dem E7205 (Granite Bay) wird Intel mit Springdale und Canterwood in Kürze weitere Chipsätze mit dieser Technologie einführen. Auf Seiten der AMD-Plattformen sind die nForce2 Mainboards nicht zuletzt aufgrund der zweikanaligen Speicheranbindung sehr beliebt. Da stellt sich die Frage, ob nicht auch der für September angekündigte AMD Athlon 64 Prozessor eine solche Schnittstelle gut vertragen könnte. Bisher hieß es von offizieller Seite, dass dieser Single-Channel DDR333 bietet. Zur Erinnerung: das Memory Interface ist bei den neuen x86-64 CPUs von AMD – Opteron (SledgeHammer) und Athlon 64 (ClawHammer) – integriert und wird nicht der Northbridge des Chipsatzes überlassen.

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AMD-Sprecher Damon Munzy nahm zu dieser Frage jetzt Stellung.

“Aktuell sieht die Planung für den Athlon 64 die Einführung mit einem Single-Channel 64bit breiten Speicherbus vor, der die aktuellen Geschwindigkeiten von DDR SDRAM unterstützt“, meinte Munzy. “Wir werden DDR-II unterstützen, sobald es im Handel allgemein verfügbar ist.“

Es bleibt also eindeutig bei der einkanaligen Speicherschnittstelle, jedoch darf man vermuten, dass auch DDR400 SDRAM möglich ist. Schließlich dürfte diese Art Speicher bis September allgemeiner Standard sein, nachdem die in den nächsten Monaten erwarteten Intel-Chipsätze ebenfalls DDR400 unterstützen.
Trotzdem hat der Pentium 4 damit zukünftig eine maximale Speicherbandbreite von 6,4 GB/s zur Verfügung, während es beim Athlon 64 ’nur‘ 3,2 GB/s sind. Hat der P4 damit einen nicht einzuholenden Leistungsvorteil? Momentan ist dies noch nicht zu beantworten, allerdings darf man die Bandbreiten nicht nur für sich betrachten. Zum Einen nutzen nur sehr wenige Anwendungen die ganze Speicherbandbreite wirklich aus. Zum Anderen besitzt der Athlon 64 eine eigene HyperTransport-Verbindung zum AGP-Tunnel. Dies bedeutet, dass die CPU Daten zum AGP-Bus (und damit zur Grafikkarte) schicken kann, während der Speicherbus gleichzeitig für andere Dinge genutzt wird. Dies erhöht die theoretische Speicherbandbreite insgesamt, wenn es auch nicht genau spezifizierbar ist.
Ein weiterer wichtiger Punkt in diesem Zusammenhang ist die geringere Latenzzeit aufgrund der in den Athlon 64 integrierten RAM-Schnittstelle. Der Hauptspeicher kann direkt und deutlich schneller angesprochen werden als über die übliche Northbridge. Dies erhöht die Systemleistung sofort und macht möglicherweise sogar die geringere Bandbreite wieder wett. Letztendlich werden dies aber erst unabhängige Tests zeigen, die wir im September erwarten. Eine ‚Vorverurteilung‘ des Athlon 64 aufgrund der schmaleren Speicherbandbreite ist jedenfalls nicht angebracht.

Quelle: Ace's Hardware

Frank Schräer

Herausgeber, Chefredakteur und Webmaster

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