Hercules gibt Grafikkarten auf

Keine Grafikkarten und Monitore mehr von ehemaliger Traditionsmarke

Überraschend wurde gestern verkündet, dass es zukünftig keine Grafikkarten und Monitore unter dem Markennamen Hercules mehr geben wird. Das hat mittlerweile auch das Mutterhaus, die Guillemot Corporation, offiziell bestätigt. Man werde sich – neben den ebenfalls von Guillemot angebotenen Thrustmaster Gaming- und Mobil-Geräten – auf die Hercules Musiklinien konzentrieren. Dazu gehören z.B. die neue DJ-Konsole und die tragbare USB-Soundkarte Muse Pocket.

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Momentan gibt es Hercules Grafikkarten und Monitore noch vereinzelt im Handel, aber diese Bestände werden nur noch abverkauft und nicht wieder aufgestockt.
Besitzer von Hercules Produkten werden natürlich weiterhin den garantierten Support erhalten, auch für die auslaufenden Grafikkarten und Monitore.

Die offizielle Begründung für diesen Schritt seitens Guillemot sind die nur sehr geringen Gewinne in den betroffenen Marktsegmenten. Man wolle sich deshalb auf die Bereiche mit mehr Wachstumspotenzial konzentrieren.
Grafikkarten von Hercules waren in der Vergangenheit meist teurer als vergleichbare Produkte anderer Hersteller, obwohl sie sich nur leicht im Design (Platinenfarbe, Kühlung) unterschieden. Nach inoffiziellen Informationen wollte Hercules zwar eigenständigere Produkte entwickeln, das wurde aber von ATI Technologies und Samsung (von denen die Hercules Flachbildschirme stammen) nicht zugelassen. Diese wollen einen gleichbleibenden Qualitätsstandard bieten, was aber nur geht, wenn ihre Produkte nicht von einzelnen Herstellern modifiziert werden. Auf der anderen Seite haben die Hersteller dann das Problem, sich kaum von der Konkurrenz absetzen zu können.

Dies ist nicht das erste Mal, dass das Ende von Hercules Grafikkarten bekannt gegeben wird. Die ursprünglich eigenständige Firma Hercules musste Ende August 1999 nach 17 Jahren Geschäftsbetrieb Konkurs anmelden. Zwei Monate später kaufte Guillemot den Rest des Unternehmens für 1,5 Millionen US-Dollar auf und ließ den Markennamen wieder auferstehen.

Quelle: Guillemot

Frank Schräer

Herausgeber, Chefredakteur und Webmaster

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