HD-DVD macht Fortschritte

Kommendes Format für 20 GB DVD-R/-RW akzeptiert - Microsoft ist dabei

Im November letzten Jahres hatte das Firmen-übergreifende Standardisierungsgremium für DVD-Formate – das DVD-Forum – die Technologie für die nächste Generation von DVD-ROM (Read Only Memory) angenommen. Ende letzter Woche wurde das HD-DVD Format nun auch für (wieder-)beschreibbare Medien angenommen. Außerdem wurde neben H.264 und MPEG-2 die VC-9 Videokompressionstechnik von Microsoft für die Codierung von Filmen auf HD-DVDs vorläufig als Standard akzeptiert.

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Das beschreibbare HD-DVD Format erlaubt die Speicherung von bis zu 20 GB Daten auf einem optischen Medium (Single-sided), während aktuelle DVD-Rohlinge nur bis zu 4,37 GB bieten. Die Nur-Lese HD-DVD Scheiben besitzen eine Kapazität von bis zu 15 GB pro Layer.

Trotz der Fortschritte der von Toshiba und NEC entwickelten HD-DVD droht immer noch eine Format-Verwirrung wie in der Vergangenheit schon bei VHS und Betamax oder wie zuletzt bei DVD-R und DVD+R. Schließlich wird die konkurrierende Technologie der Blu-ray Disc von mehr Herstellern unterstützt als die aktuelle HD-DVD Technik. Allerdings ist es verwunderlich, warum dieses Format, das sogar bis zu 27 GB pro Layer speichern kann, noch nicht dem DVD-Forum zur Standardisierung vorgeschlagen wurde.
Daneben gibt es sogar noch zwei weitere Formate für DVDs der nächsten Generation, die allerdings eher auf spezielle Marktsegmente zielen und wohl keine Verbreitung im privaten Bereich finden werden. Die von Sony entwickelte “Professional Disc“ ist als High-Definition Videospeicher für TV-Sender gedacht. Das von der britischen Firma Plasmon vorgestellte Format UDO (Ultra Density Optical) soll für die Archivierung großer Datenmengen im professionellen Bereich dienen und die magneto-optischen Disks ablösen.
Die vier Formate sind physisch inkompatibel, alle verwenden aber die Technologie der blauen Laser. Blaues Licht besitzt eine kürzere Wellenlänge als das bei aktueller CD- und DVD-Technik eingesetzte rote Licht. Der Laserstrahl verursacht so einen kleineren Punkt auf der Oberfläche der Disk und damit benötigt auch ein Datenbit weniger Platz, was insgesamt zu mehr Daten pro Scheibe führt.

Die vorläufige Annahme der VC-9 Videokompressionstechnik – dem Video-Codec von Windows Media Video 9 – als möglicher Standard für die Speicherung von Filmen auf HD-DVDs ist momentan noch an einige Bedingungen geknüpft. So muss Microsoft innerhalb von sechzig Tagen z.B. seine Lizenzbedingungen klären und einreichen. Der Softwareriese hofft, mit der Anerkennung von VC-9 diese Technologie als Standard in Set-Top-Boxen, professionellem Videoschnittgerät, Satellitenübertragungen und natürlich in der Heim-Elektronik zu etablieren. Dazu musste Microsoft von seiner ansonsten proprietären Strategie abweichen und hat seine Software erstmals anderen Entwicklern geöffnet.
Eine Entscheidung über Windows Media Video 9 als Standard für HD-DVDs (und damit quasi als Nachfolger von MPEG-2) wird übrigens nicht mehr in diesem Jahr erwartet.

Quelle: CNET News.com

Frank Schräer

Herausgeber, Chefredakteur und Webmaster

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