Auslieferung des Newcastle beginnt

Abgespeckter Prozessorkern soll Kosten sparen

CNet berichtet, dass AMD mit der Auslieferung des Newcastle Prozessorkerns begonnen hat. Beim Newcastle handelt es sich um den bereits bekannten Clawhammer, bei dem die Hälfte des L2-Caches sowie zwei der drei Hypertransport-Links entfernt wurden.

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Weiterhin bestückt Hewlett-Packard Notebooks mit Athlon XP-M Prozessoren, die auf dem Paris-Basis basieren.

Der Newcastle war laut Roadmap für das erste Halbjahr 2004 geplant. Er wird noch immer im 0.13µm Prozess mit SOI (Silicon on Insulator) gefertigt. Im Gegensatz zum altbekannten Clawhammer (Athlon 64) besitzt er physisch jedoch nur 512 KiB L2-Cache sowie höchstwahrscheinlich lediglich einen Hypertransport-Link. Während die fehlenden zwei Hypertransport-Kanäle für Uniprozessorsysteme völlig irrelevant sind, könnte sich der verkleinerte Cache vor allem bei 64 Bit Anwendungen negativ auf die Performance auswirken. Bei Nutzung der 64 Bit Funktion erhöht sich die Auslastung des Caches mit unnützen Daten um etwa 50% (c’t 20/03 Seite 107). Um das zu kompensieren, taktet AMD den Prozessor für das gleiche PerformanceRating etwas höher als den Clawhammer.
Verpackt wird der Chip noch immer im alten 754 Pin Package. Zweck des neuen Prozessorkerns dürfte für AMD die Steigerung der Ausbeute und damit die Senkung der Fertigungskosten sein.

Interessantes gibt es bei Hewlett-Packard. Dort kann man das R3000Z Notebook mit einem Athlon XP-M 3000+ bestellen. An sich nichts besonderes, würde man diesen Prozessor nicht mit 1600 MHz Takt und 256 KiB L2-Cache beschreiben. Damit kann der Prozessor nicht auf dem bisher genutzten Bartonkern mit 512 KiB L2-Cache basieren. Die Taktrate wäre viel zu niedrig, um ein Rating von 3000+ zu rechtfertigen.
Folglich dürfte es sich um den eigentlich erst für das zweite Halbjahr 2004 angekündigten Paris oder einen stark beschnittenen Clawhammer bzw. Newcastle handeln. Dafür spricht auch die Tatsache, dass man das Notebook ansonsten nur mit dem sockelkompatiblen Athlon 64 ausrüsten kann.
Der Paris verfügt über alle architektonischen Vorteile der Hammer-Architektur mit Ausnahme der 64 Bit Erweiterungen. Seine Mehrleistung gegenüber dem Barton schöpft er aus dem integrierten Speichercontroller.

Fragt sich nur, wie AMD ein Rating von 3000+ gegenüber dem Athlon 64 rechtfertigt. Der taktet für ein Rating von 3000+ mit 2000 MHz und verfügt darüber hinaus über 512 KiB L2-Cache. Der Mobile Athlon 64 3000+ taktet zwar nur mit 1800 MHz, kann Daten aber in 1024 KiB L2-Cache ablegen.

Athlon 64
Newcastle
0.13µm
Performancerating Taktrate L2-Cache
3200+ 2200 MHz 512 KiB
3000+ 2000 MHz 512 KiB
2800+ 1800 MHz 512 KiB
Athlon 64
Clawhammer
0.13µm
Performancerating Taktrate L2-Cache
3400+ 2200 MHz 1024 KiB
3200+ 2000 MHz 1024 KiB
3000+ 2000 MHz 512 KiB
2800+ 1800 MHz 512 KiB

AMD Athlon 64

Quelle: CNet

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