AMD: Phenom und neue Chipsets

Zwei Quad-Core Desktop-CPUs & drei Chipsätze für die "Spider Plattform"

Nach der Vorstellung der ATI Radeon HD 3850 und 3870 Grafikkarten am letzten Donnerstag führt AMD heute mit zwei Phenom Prozessoren und drei neuen Chipsätzen die weiteren Komponenten der „Spider Plattform“ ein. AMDs betont hier das Konzept der kompletten Plattform – AMDs erster überhaupt – da man bislang nur Einzelkomponenten im Angebot hatte. Bei den Phenom CPUs bleibt man im Mainstream-Bereich, kein Modell soll über 200 Euro kosten.

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Während Intel bei neuen Prozessorgenerationen üblicherweise im High-End Segment startet – wie zuletzt mit dem 999 US-Dollar teuren Core 2 Extreme QX9650 bei „Penryn“ – sollen die AMD Phenom 9500 und 9600 Prozessoren im Handel für rund 170 bzw. 190 Euro erhältlich sein.
Damit wird zum Einen deutlich, dass die vorab von einigen Händlern angegebenen Preise für die Phenom CPUs überhöht sind. Dort liegen die beiden Modelle momentan noch oberhalb von 220 bzw. 250 Euro. Man sollte also noch ein wenig abwarten bis zur breiten Verfügbarkeit, falls man sich zum Kauf entscheidet, denn dann dürften die Preise fallen.
Zum Anderen wurden die Gerüchte bestätigt, dass AMD zunächst keinen Phenom mit 2,4 GHz an den Start bringt. Dieses Modell soll erst später kommen, vermutlich im Januar. Offiziell bestätigte AMD nur, dass Phenom mit 2,4 und 2,6 GHz für das erste Quartal 2008 geplant sind. Heute will man mit seinen ersten Quad-Core Prozessoren den Mainstream-Bereich erreichen.
Die beiden Phenom CPUs mit vier Kernen besitzen 512 KByte Level-2 Cache pro Kern und 2 MByte Level-3 Cache, der allen Kernen gemeinsam zur Verfügung steht. Die typische Stromaufnahme unter Last soll bei 95 Watt liegen. Der Phenom 9500 taktet mit 2,2 GHz, der Phenom 9600 mit 2,3 GHz.
Beide Prozessoren passen in bisherige Sockel AM2 Mainboards, in neuen Sockel AM2+ Platinen unterstützen sie aber zusätzlich den schnelleren HyperTransport 3.0 und einen Stromsparmodus (C1E), bei dem die CPU praktisch in einen Tiefschlaf versetzt wird, wenn alle Kerne nicht verwendet werden.
Am Besten zu den neuen Phenom Prozessoren sollen die neuen AMD 790FX, 790X und 770 Chipsätze passen. Mit HyperTransport 3.0 und PCI Express 2.0 soll die Gesamtleistung des Systems merklich gesteigert werden. AMD betont, dass HT3.0 und PCIe 2.0 wichtig sind aufgrund des gesteigerten Datenaufkommens beim Einsatz von Multi-Core CPUs und mehreren Grafikkarten im Parallelbetrieb. Letzteres wird von den AMD 790X und 790FX Chipsätzen unterstützt, wobei nur der 790FX die Möglichkeit bietet, drei oder sogar vier Grafikkarten gleichzeitig zu betreiben. Der Mainstream-Chipset AMD 770 unterstützt dagegen nur einen Grafikkartensteckplatz.
Mainboards mit dem AMD 770 sollen unter 130 Euro kosten. 790X Platinen sieht AMD bei rund 160 Euro, während die High-End 790FX Mainboards über 200 Euro liegen dürften.
Insgesamt sieht sich AMD im Vorteil gegenüber aktuellen Angeboten der Konkurrenz, vor allem preislich. Ein System auf Basis der AMD Spider Plattform mit Phenom 2,3 GHz, Radeon HD 3870 Grafikkarte, Mainboard mit AMD Chipsatz der 7-Serie und 2 GByte DDR2 Hauptspeicher soll 25 bis 50 Prozent günstiger sein als ein vergleichbares System mit Intel Core 2 Quad 2,4 GHz, GeForce 8800 GT Grafikkarte, Intel X38 Mainboard und 2 GByte DDR3 SDRAM.
Dabei sollte man allerdings beachten, dass der Preisunterschied hier zum Großteil am Hauptspeicher liegt, da DDR3 noch sehr viel teurer ist als DDR2. Setzt man im Intel-System DDR2 ein, ist die Differenz deutlich geringer.


Zwei neue Phenom Prozessoren
Features der neuen Chipsätze
Preise der neuen Mainboards
Preisunterschied zu Intel laut AMD

Quelle: Eigene

Frank Schräer

Herausgeber, Chefredakteur und Webmaster

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