Franzosen attackieren Tauschbörsen

Französische Labels klagen gegen Software-Anbieter

Die französische Musikindustrie reicht Klage gegen vier Software-Firmen aus den USA ein, die Programme für Tauschbörsen anbieten. Betroffen sind der bitTorrent-Client Vuze, Limewire, Morpheus sowie die Open-Source-Plattform SourceForge wegen des Vertreibens von Shareaza. Die „Société civile des Producteurs de Phonogrammes en France“ (SPPF) unterstellt allen vier Programmen die Begünstigung von Software-Piraterie.

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Obwohl die Firmen selbst keine Urheberrechtsgesetzte verletzen, ist die SPFF überzeugt genug Material zu haben, um sie auszumerzen und den Tauschbörsen so einen empfindlichen Schlag zu versetzen.

Kernargument: Die Anbieter verletzten zwar selbst keine Copyrights, stellen aber wissentlich Programme bereit, die hauptsächlich zum illegalen Austausch von Dateien genutzt werden. Problem: Potentiell können mit vielen Programmen illegale Inhalte ausgetauscht werden, etwa auch mit Instant-Messengern wie ICQ, Skype oder MSN.

In Frankreich hat die Klage dennoch Hand und Fuß, da vor kurzem ein neues Gesetz verabschiedet wurde, das verlangt, dass jede Tauschplattform eine Funktion anbieten muss, die den Transfer von urheberrechtsgeschützten Werken unterbindet. In der Realität ist so ein Filter allerdings beinahe unmöglich umsetzbar.

Das Resultat des Prozesses könnte zumindest in Frankreich weitreichende Folgen haben, die alle Programme betreffen würden, die den Austausch von Dateien ermöglichen. Durch das Einbeziehen von SourceForge könnte außerdem die Open-Source-Bewegung, je nach Ausgang der Verhandlung, erheblich zurückgeworfen werden.

Quelle: TheInquirer

André Westphal

Redakteur

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