Tape-Out des Nvidia GT300

Neuer High-End-Grafikchip angeblich fertig, aber Verfügbarkeit wird dauern

Immer wieder gab es Gerüchte über Tape-Out und Erscheinungstermin von Nvidias neuem, DirectX 11 unterstützenden GT300 Grafikchip. Erst sollte die High-End-GPU im Juni fertig sein, dann wurde im Mai bereits gemeldet, dass das A1-Stepping erfolgreich laufe. Jetzt aber soll Nvidia den Tape-Out tatsächlich geschafft haben. Das heißt allerdings nicht, dass die ersten Grafikkarten mit dem GT300 in den nächsten Wochen erhältlich sein werden – mitnichten.

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Nach Ende der Designphase eines Grafikchips geht das Konzept in die erste Fertigung, in diesem Fall bei TSMC in Taiwan. TSMC benötigt etwa sechs bis acht Wochen, aber es heißt, dass es momentan wohl eher acht als sechs Wochen sind. Addiert man zwei Wochen hinzu für Bau der Grafikkarte, Tests, Fehlersuche und -behebung sowie Versand, kommt man auf insgesamt zehn Wochen, bis das erste Muster fertig ist. Beim GT300-Prototypen ist man dann bei Ende September bzw. Anfang Oktober.
Sollte tatsächlich alles problemlos sein, kann die Massenproduktion beginnen. TSMC benötigt wohl zehn bis zwölf Wochen für die Fertigung der ersten 40-nm-Wafer. Rechnet man doch noch zwei Wochen für die Finalisierung der Grafikkarten und den Versand hinzu, ist man – optimistisch geschätzt – bei insgesamt etwa 22 Wochen von Tape-Out bis zum fertigen Produkt. Das würde beim GT300 auf Mitte Dezember hinauslaufen – aber wirklich nur, wenn alles wirklich problemlos läuft und fehlerfrei ist.
Davon ist bei einem neuen High-End-Grafikchip, der zum Einen eine neue DirectX-Version unterstützt und zum Anderen auf einem neuen Fertigungsprozess beruht, allerdings wohl leider nicht auszugehen. Nach Ansicht des Insiders, der den Tape-Out gemeldet hat, liegt die Wahrscheinlichkeit sogar bei etwa Null. Nvidia habe schon Probleme mit der 40-nm-Produktion bei seinen Mainstream-Grafikchips und diese benötigen nur ein Viertel der Fläche, die der GT300 einnimmt. Außerdem ist der GT300 nicht nur das erste DirectX11-Produkt von Nvidia, sondern auch der erste Desktop-Grafikchip mit Unterstützung für den schnellen GDDR5-Speicher – ganz abgesehen von einer neuen und ungetesteten Architektur.
Man muss deshalb befürchten, dass Nvidia und TSMC wenigstens zwei Versuche brauchen, um einen voll funktionfähigen Prototypen vom GT300 zu bauen. Jeder Versuch dauert aber sechs bis acht Wochen. Damit wäre man dann schon bei Mitte bis Ende Februar, bis die ersten GT300-Grafikkarten tatsächlich in den Handel kommen. Weitere Versuche würden dieses Produkt ins zweite Quartal 2010 verschieben.
Ob das Nvidia davon abhält, den GT300 trotzdem noch dieses Jahr offiziell einzuführen? Wohl eher nicht, aber ein „Hard Launch“, also eine breite Verfügbarkeit kurz nach der Präsentation, ist derzeit fraglich.

Quelle: SemiAccurate

Frank Schräer

Herausgeber, Chefredakteur und Webmaster

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