Nvidia: AMD & der Bildqualitätsbetrug

Soll absichtlich die Bildqualität zugunsten der Leistung verschlechtern

Nvidia macht AMD in einem aktuellen Blogbeitrag schwere Vorwürfe: So greift man auf Berichte der Kollegen von ComputerBase, PC Games Hardware, TweakPC, und 3DCenter zurück, um AMD anzukreiden, dass diese ab dem AMD Catalyst 10.10 die Standardeinstellungen im Treiber klammheimlich so umgestellt haben, so dass sich die Bildqualität verringert und die Leistung erhöht. Nvidia biete aber mit den eigenen Treibern in den Standardeinstellungen wesentlich bessere Bildqualität, so dass nun in Benchmarks kein korrekter Vergleich mehr möglich sei, ohne die Einstellungen anzupassen.

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Um im AMD Catalyst 10.10 die Bildqualität älterer Treiber zu erreichen bzw. den Vergleich mit Nvidia sinnvoll zu ermöglichen, müsse man die Catalyst-AI-Texturfilterung erst für die AMD-6000er-Grafikkarten auf „hoch“ setzen. Die Einstellung „Quality“ sei nicht mit Nvidia-Grafikkarten vergleichbar. Durch die verwirrenden Einstellungen habe sich AMD laut Nvidia in manchen Spielebenchmarks einen unzutreffenden Leistungsvorsprung von 10 % „erschlichen“, der bei gleichwertigen Einstellungen natürlich nicht mehr zuträfe.

Die „Mogeleien“ betreffen laut Nvidia aber auch ältere Grafikkarten der Radeon-5800er-Serie: Hier müsse man die Catalyst AI sogar komplett abschalten, um wieder eine Bildqualität zu erreichen, die mit Nvidias GeForce vergleichbar ist. Mehr noch, AMDs Treiber würden bei Testprogrammen in kleinen Fenstern absichtlich bessere Texturfilteroptionen aktivieren, die aber dann in Spielen wiederum abgeschaltet seien.

In der Vergangenheit konnte man auch Nvidia derartige Tricks vorwerfen, zu denen das Unternehmen im Blog steht. Man habe allerdings seine Lektion gelernt und sei von AMD dementsprechend enttäuscht: Nach Nvidias Ansicht betrüge AMD die Käufer, indem das Unternehmen in den Treibern heimlich neue Einstellungen nutze, welche zwar die Leistung erhöhen aber die Bildqualität deutlich verschlechtern. Für den Anwender sei das nicht offen ersichtlich.

Gleichzeitig betont Nvidia in seinem Blog es gehe nicht darum AMD einfach nur „schlecht zu machen“, sondern Nutzer zum Vergleich der Bildqualität zwischen AMDs und Nvidias Grafiklösungen anzuregen. Zudem habe man diese Informationen nicht selbst als erstes öffentlich gemacht, sondern greife auf, was viele Magazine mit viel Skepsis aufgedeckt haben.

Nvidia zieht das Fazit, dass man selbst auch in Zukunft auf derlei „Optimierungen“ verzichten wolle und keine Kompromisse bei der Bildqualität eingehe. Ähnlich AMD sei man zwar ebenfalls an mehr Leistung interessiert, aber nicht auf Kosten der Darstellungsqualität.

Quelle: NvidiaBlog

André Westphal

Redakteur

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