AMD zu Treiber-Vorwürfen

Die Optionen seien im Interesse der Kunden

Online-Magazine sowie Konkurrent Nvidia werfen AMD Treiber-Mogeleien vor, die den Radeon-HD-Grafikkarten in Benchmarks zwar mehr Leistung bescheren aber gleichzeitig die Bildqualität reduzieren. Gerade deutsche Tester bemängeln, dass aus diesem Grund kein direkter Benchmark-Vergleich der Standardeinstellungen von AMD und Nvidia möglich sei: Man müsse erst in AMDs Treibern die Qualitätseinstellungen erhöhen, um ein ähnliches Niveau wie Nvidia zu erreichen. Jetzt kommentieren Andy Pomianowski, AMDs Manager für Software-Technik und Dave Nalasco, AMDs Manager für technisches Marketing, die Vorwürfe.

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Laut Nalasco habe man die Einstellungen geändert, um den Anwendern primär mehr Optionen zu geben: Nutzer könnten mit der Einstellung „High Quality“ alle Optimierungen abschalten oder mit „Quality“ als Standardeinstellung hohe Bildqualität mit gesteigerter Leistung genießen. Selbst in der Einstellung „Performance“ sei die Bildqualität noch sehr gut, meinen AMDs Sprecher.

Die Probleme der Tester spielen Nalasco und Pomianowski herunter: Die Berechnungen, gerade was die anisoptrische Filterung betreffe, seien sehr komplex und da könne es leider auch zu Anomalien kommen. Allgemein böten die neuen Standardeinstellung aber die selbe Bildqualität wie zuvor, bei mehr Leistung. Wer Probleme habe, könne die Einstellungen problemlos auf „High Quality“ setzen – dieser Modus bleibe in jedem Fall immer erhalten.

Spannend ist, dass weder Nalasco noch Pomianowski im Interview darauf bestehen konnten / wollten, dass AMDs Standardeinstellungen mit Nvidias vergleichbar wären. Indirekt räumt man somit ein Bildqualität gegen Leistung einzutauschen, auch wenn man für die Nutzer hier keine erkennbaren Nachteile sieht.

Zu dem Kernpunkt der Kritik äußern sich die AMD-Sprecher somit nicht: Zwar gehen sie lange darauf ein, dass die neuen Standardeinstellungen für die meisten Nutzer keine Einbußen bringen sollten, warum diese Umstellung so klammheimlich und undurchsichtig vorgenommen wurde, bespricht man aber nicht. Denn genau hier griffen die Vorwürfe der Online-Magazine, die vor allem AMDs undurchsichtige Modifizierung kritisierten.

Fazit: AMD hat die Standardeinstellungen in seinen Treibern geändert und gibt zu, dass dies zu Qualitätseinbußen führen kann – inwiefern dies aber dem Gros der Nutzer überhaupt auffällt sei dahingestellt. Wäre AMD hier mit mehr Transparenz vorgegangen, wäre der Presserummel vermutlich geringer ausgefallen.

Quelle: Hexus

André Westphal

Redakteur

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