Sabotiert Apple Web-Apps?

Apps mit seltsamen Geschwindigkeitsunterschieden

Auf Apples Gadgets mit iOS laufen Web-Apps wesentlich langsamer, wenn Anwender sie statt im Browser Safari über den Home-Screen bildschirmfüllend starten. Zudem beschneidet das Apple-Betriebssystem die Leistung der Apps auch auf andere Weise. Aktuell ist unklar, ob es sich dabei um Bugs oder absichtliche Maßnahmen seitens Apple handelt. Einige Entwickler behaupten es handele sich um eine Strategie seitens Apple, die dafür sorgen soll, dass die Apps dritter Entwickler schlechter abschneiden als Apples hauseigene Angebote aus dem App Store.

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Ein anonymer Entwickler klagt: „Apple nutzt absichtlich eingestreute ‚Bugs‘, um den Eindruck zu erwecken die Web-Apps hätten eine niedrige Qualität als lokal installierte Inhalte. Gleichzeitig behauptet das Unternehmen scheinheilig man würde HTML5 voll und ganz unterstützen.“ Apple selbst hat die Vorwürfe trotz mehrer Nachfragen nicht kommentiert.

Speichern Anwender Links zu Web-Apps auf dem Home Screen und starten sie wie native Apps aus dem App-Store und nicht über Safari, reduziert sich die Geschwindigkeit um mehr als die Hälfte. Dies könnte das Resultat davon sein, dass Apple im iOS 4.3 für JavaScript in Safari eine schnellere Engine namens Nitro nutzt, die aber nicht zum Einsatz kommt, wenn die Programme direkt über den Home Screen gestartet werden. Zudem können die Apps beim Start über den Home Screen nicht auf den HTML5-Cache zugreifen und also nicht in den Cache wandern, um offline zu laufen. Zudem dürfen die Apps Apples neuen asynchronen Modus nicht nutzen, sondern müssen auf den synchronen Modus zurückfallen.

Apple weiß von den Problemen und Entwickler diskutieren sie bereits in den offiziellen Foren des Unternehmens. Vermutlich hält Apple von den Web-Apps, die sich ähnlich lokaler Apps auch vom Home Screen aus starten lassen, eher wenig: Die Apps generieren für Apple natürlich nicht die Einnahmen, die der Verkauf eines Programms über den App Store einbringt, wo Apple jeweils 30 % des Kaufpreises in die eigene Tasche steckt. Dennoch ist offen, ob Apple diese Apps nun quasi absichtlich sabotiert oder es sich um einen Fehler handelt.

Apple verlangsamt die Web-Apps also im Grunde nicht, wenn sie über den Home Screen starten, sondern beschleunigt sie im Browser über Nitro. Der Effekt bleibt jedoch derselbe. Zudem konnten Anwender im iOs 4.2 etwa Spiele wie „Pie Guy“ einmalig online spielen und danach auch offline über den Cache aufrufen. Dies ist im iOS 4.3 wie gesagt nicht mehr möglich.

Ein Entwickler, der lieber anonym bleiben will, legt offen, dass Apple definitiv von den Problemen weiß, aber das Mobile-Safari-Team bereits klargestellt habe, dass man keine Lösungen plane.

Quelle: TheRegister

André Westphal

Redakteur

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