Xbox 360 verschwindet aus Japan?

Viele Händler bieten Microsofts Konsole nicht mehr an

In Japan hat die Xbox 360 seit ihrem Erscheinen einen schweren Stand. Jetzt ist offenbar der Höhepunkt der Schwierigkeiten erreicht, denn japanische Händler entfernen Microsofts Konsole teilweise komplett aus ihren Regalen. Probleme hatten sich breits lange angedeutet, so sprachen die Analysten der Firma Media Create 2011 von einem Verkaufsrückgang um 46,7 % im Vergleich zu den Verkaufszahlen aus identischen Zeiträumen im Vorjahr. Japans größte Handlskette für Videospiele, Geo, hat entsprechend angekündigt seine Xbox-360-Verkaufsflächen drastisch zu reduzieren.

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Geo will in Japan sowohl Xbox-360-Hardware als auch -Software fast vollständig aus dem Programm nehmen. Ein anderer großer Händler, Yamada Denki, bietet seine Restbestände der Xbox-360-Konsolen mit starken Preisreduzierungen an und will innerhalb Japans fortan nur noch Spiele anbieten – und zwar nur in wenigen Städten, wo sich der Verkauf rentiert.

Diese Tendenz greift auch auf Tokyos kleinere Videospiele-Läden über, die sowohl die Konsolen als auch die Spiele zu Spottpreisen anbieten. Auch Kinect, der Bewegungscontroller, der sich im Westen gut verkauft hat, konnte sich in Japan nicht recht durchsetzen und stand in den Verkaufszahlen deutlich hinter Sonys Playstation Move für die PS3 zurück. Zudem konnte Kinect in Japan laut Händlern keine neuen Kunden locken und wurde fast ausschließlich von japanischen Anwendern gekauft, die ohnehin bereits eine Xbox 360 besaßen.

Damit wird es für Microsoft im Ergebnis immer schwerer seine Konsole in Japan erfolgreich am Markt zu halten. Japan ist traditionell für Microsoft ein Gebiet, dem man zwar große Aufmerksamkeit schenkt, wo man aber nicht recht gegen Nintendo und Sony ankommen kann.

Quelle: Edge

André Westphal

Redakteur

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