Warner startet Cloud-Initiative

Will DVD-Besitzer in die Cloud locken

Das Filmstudio Warner Bros. will DVD-Besitzer dazu bringen ihre Sammlung zu digitalisieren und zukünftig über den cloudbasierten Dienst UltraViolet zu genießen. Die Initiative nennt sich „Disc-to-Digital“ und basiert auf einer Idee von Kevin Kevin Tsujihara, Präsident von Warners Home Entertainment Gruppe. Tsujihara will Kunden damit ködern, dass sie auf diese Weise beispielsweise mobil von Smartphones aus auf ihre gesamte Filmsammlung zugreifen können. Langfristig ist natürlich das Ziel sich gänzlich von DVDs zu verabschieden.

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Tsujihara gibt sich begeistert: „Wir leiten die Anstrengungen der Industrie, um Dienste ins Leben zu rufen, mit deren Hilfe Kunden ihre bestehenden Filmsammlungen sicher und kostengünstig ins digitale Zeitalter hieven können.“ Warner hat eigennützige Motive: DVDs muss das Unternehmen produzieren und ausliefern, was hohe Logistikkosten verursacht. Hinzu kommt die Gefahr durch Raubkopien. Sind die Anwender an Cloud-Dienste gebunden, reduziert sich die Gefahr der Erstellung einer Raubkopie drastisch. Zudem kann Warner Bros. parallel das Nutzerverhalten speichern und anaylsieren.

Im ersten Schritt der Initiative „Disc-to-Digital“ können Kunden ihre DVDs in Geschäfte mitnehmen, wo die digitalen Kopien freigeschaltet werden. Später sollen Online-Händler wie Amazon den Käufern von DVDs digitale Kopien nachreichen. Im letzten Schritt können die Film-Fans ihre DVDs daheim in ihre PC-Laufwerke einlegen und in die Cloud konvertieren – ähnlich wie das Erstellen einer MP3-Datei von einer CD.

Warners Tsujihara hält noch offen, wann das Procedere anlaufen soll und wie viel Kunden berappen müssen. Er erwähnt lediglich, dass die DVD-Besitzer auf Wunsch auch eine digitale Kopie in HD erhalten können, dafür aber Zusatzgebühren anfallen. Zunächst wird das ganze Projekt in den USA starten, denn hierzulande fehlt noch die nötige Cloud-Infrastruktur UltraViolet.

Letztere ist allerdings auch in den USA nicht besonders beliebt, so dass man gespannt sein darf, wie Warners Idee bei den Kunden ankommt.

Quelle: LosAngelesTimes

André Westphal

Redakteur

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