Raubkopien als Kompliment

US-Sender HBO vertritt eine ungewöhnliche Ansicht

Die meisten Film- und Fernsehstudios betonen, wie sehr Raubkopien vermeintlich ihren Einnahmen schaden. Interessant liest sich dagegen die eher neutrale Bewertung des großen amerikanischen Pay-TV-Senders HBO. Mit der Erfolgsserie „Game of Thrones“ gebührt HBO die zweifelhafte Ehre die aktuell weltweit am stärksten illegal kopierte Serie überhaupt im Progamm zu haben.

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So lief Sonntag die erste Folge der dritten Staffel, welche direkt millionenfach im Internet illegal verbreitet wurde. Trotzdem sieht HBOs Präsident für Programmgestaltung, Michael Lombardo, das eher als Kompliment, denn als Bedrohung.
„Eigentlich sollte ich das nicht so sagen, aber ich sehe die Raubkopien gewissermaßen als Kompliment“, führt Lombardo aus. Warum HBO relativ gelassen mit Raubkopien umgeht, ist offensichtlich: „Die Nachfrage ist trotzdem da und die DVD- und Blu-ray-Verkaufszahlen haben keine Beeinträchtigung erfahren. Raubkopien sind nunmal etwas, mit dem sich eine so erfolgreiche Serie auf einem Pay-TV-Sender auseinandersetzen muss.“

Tatsächlich haben die Verkaufszahlen der in den USA just veröffentlichten Staffel 2 dennoch für den Sender alle Verkaufsrekorde gebrochen. HBO hat hier den Vorteil, dass der Sender zum Vertrieb Warner gehört und deshalb im Gegensatz zu anderen TV-Anstalten auch von den Verkaufszahlen der Heimkino-Version profitiert.

Lombardo äußert ganz andere Bedenken zu „Game of Thrones“, denn die Serie sei so hochwertig produziert, dass man sie aus kreativer Sicht nicht als schlechten Stream oder Download genießen sollte.

Quelle: EntertainmentWeekly

André Westphal

Redakteur

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