Samsung Galaxy S4 - Seite 4

High-End Smartphone mit 5'' AMOLED & Full HD Display

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Display & Kamera

Tatsächlich feiert das Samsung Galaxy S4 sowohl bei Display als auch Kamera für den Hersteller aus Südkorea Premieren, denn das neue Smartphone-Flaggschiff ist Samsungs erstes Modell mit vollen 1080p (und damit auch das weltweit erste OLED-Smartphone mit 1920×1080 Bildpunkten) und auch das erste mit einer 13-Megapixel-Kamera.


Homescreen des Samsung Galaxy S4

Das S3 musste noch mit „nur“ 4,8 Zoll und 1280×720 Bildpunkten auskommen. Für den Nachfolger lässt sich Samsung nicht lumpen: Die Diagonale stockt man auf 5 Zoll auf und die Auflösung liegt jetzt bei 1920×1080 Bildpunkten (1080p bzw. Full HD). Wir haben allerdings bereits im Test des Sony Xperia Z. angemerkt, dass sich die erhöhte Auflösung in der Praxis bei dieser kleinen Diagonale allenfalls am Rand bemerkbar macht.
Samsung nutzt für das S4 wie schon für das S3 seine PenTile-Technik. Das bedeutet, es gibt weniger blaue und rote Subpixel. In der Praxis streiten sich Anwender über die Effekte der PenTile-Matrix: Auf niedrigeren Auflösungen sollen beispielsweise Buchstaben ausfransen. Auch kann es dazu kommen, dass Rot nicht mehr farbecht wirkt und ein weicherer Bildeindruck entsteht. Bereits beim S3 mit 1280×720 Bildpunkten fehlte von den erwähnten Problematiken im Alltag jede Spur. Natürlich trifft das erst recht auf das S4 mit nochmals höherer Auflösung zu.

Samsung hat allerdings die Bildschirmoptionen verändert. Während beim S3 als Möglichkeiten das farblich übersteuerte „Dynamisch“, der Modus „Standard“ und die gemäßigerten Varianten „Natürlich“ und „Video“ zur Verfügung stehen, sind es beim S4 abermals „Dynamisch“ und „Standard“ sowie „Professionelles Foto“ und „Video“. Man kann sich optional dazu entscheiden, „Automatisch optimieren“ zu wählen, was die Einstellungen dann je nach Inhalt von alleine anpasst. Wir raten jedoch aufgrund eher gemischter Ergebnisse davon ab. Stattdessen nutzten wir für den Test die weniger knallige aber dafür natürlichere Einstellung „Professionelles Foto“.

Als besonders spannend stellte sich im Test heraus, dass das Samsung Galaxy S4 von Haus aus dunkler eingestellt ist als das S3. Das gilt sowohl für die minimale als auch die maximale Helligkeitseinstellung am jeweiligen Modell. Aus unserer Sicht ist das S4 aber selbst auf mittleren Einstellungen hell genug. In Innenräumen haben wir den Helligkeitsregler des S4 zwar höher stellen müssen als beim S3, um ein vergleichbares Ergebnis zu erzielen, daran gewöhnt man sich allerdings schnell. Uns hat das überrascht, denn theoretisch soll das S4 eine maximale Helligkeit von 287 cd/m2 bieten, während das S3 bei 241 cd/m2 liegt. Vermutlich ergeben sich hier aber je nach gewählten Bildmodi unterschiedliche Gefälle. Ansonsten gelten die üblichen Vor- und Nachteile der AMOLED-Technik: Die Kontraste überragen jedes LC-Display und die Blickwinkel sind konkurrenzlos. Dafür ist der Bildschirm bei direkter Lichteinstrahlung schlechter lesbar und generell dunkler – je nach Geschmack könnte man dies aber auch schlicht als „weniger überstrahlt“ bezeichnen. Nach wie vor wird es dabei bleiben, dass es sowohl die OLED- als auch die LCD-Liebhaber geben wird.

Insgesamt fällt unsere Bewertung des Bildschirms positiv, aber zugleich ein wenig ernüchtert aus: Ja, der Bildschirm des Galaxy S4 wirkt für sich genommen erstklassig und lässt kaum Wünsche offen. Jenes galt aber auch bereits für das Galaxy S3. Sind wir ehrlich, nehmen wir in der alltäglichen Nutzung bestenfalls minimale Qualitätsunterschiede wahr. Für Besitzer eines High-End-Smartphones aus dem Jahr 2012 sind die neuen Smartphone-Bildschirme mit 1080p jedenfalls unserer Meinung nach kein Umstiegsgrund.


Samsung Galaxy S4: Foto draußen

Während die Fortschritte beim Display eher mit der Lupe zu suchen sind, bietet die Kamera nicht nur auf dem Papier einen deutlichen Mehrwert. Kontrast und Farbwiedergabe wirken sichtbar satter als beim Galaxy S3 – verfehlen allerdings die Qualität des Sony Xperia Z. Für sich genommen sehen Schnapschüsse mit dem S4 aber absolut rund aus und überzeugen mit natürlicher Wiedergabe, solider Schärfe und hohen Details. Bei Tageslicht lassen sich tolle Bilder aufnehmen und man vermisst eine dedizierte Digitalkamera kaum. In Innenräumen oder bei Dunkelheit stellt sich allerdings rasch das für die kleinen Smartphone-Sensoren übliche digitale Bildrauschen ein. Hier handelt es sich allerdings um keinen speziellen Nachteil des S4, sondern ein allgemeines Problem.
Auch Videos lassen sich gut mit dem S4 aufnehmen, ruckeln aber bereits bei langsamer und ruhiger Bildführung schnell vor sich hin.

Die Kamera-App ähnelt dabei sehr der des Galaxy S3. Die Benutzerfreundlichkeit und Ästhetik der Sony-App, die auf dem Xperia Z zum Einsatz kommt, verfehlt Samsung. An sich erreicht man aber komfortabel alle Optionen und kann auch blitzschnell zu Videoaufzeichnung oder Selbstporträts via Webcam wechseln. Natürlich behält Samsung seine Sonderfunktionen wie die Serienbildaufnahme, Gesichtserkennung und HDR (High Dynamic Range) bei. Eines der wenigen neuen Features ist die Möglichkeit, per „Dual-Shot“ zeitgleich mit Kamera und Webcam Bilder zu knipsen. Inwiefern diese Spielerei in der Praxis Sinn macht, muss jeder für sich entscheiden.


Samsung Galaxy S4: Foto innen mit Blitz

Ergebnis: Beim Display kann man eher von Detailverbesserungen sprechen. Bereits das S3 legte hier eine sehr hohe Qualität vor, die das Samsung Galaxy S4 nur um Haaresbreite übertrifft. Anders sieht es bei der Kamera aus, die noch natürlichere Fotos knipst und nur knapp hinter der des Sony Xperia Z zurückbleibt. Bei der eigentlichen Kamera-App gibt es dagegen wieder wenig Neues und Samsung ruht sich vielmehr auf der gelungenen Basis aus.

André Westphal

Redakteur

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