Microsoft spioniert seine Kunden aus

Konzern rechtfertigt sich

Skandal oder normal – das ist die Frage: Microsoft war ein Blogger ein Dorn im Auge, der vertrauliche Informationen zum Betriebssystem Windows 8 durchsickern ließ. Um herauszufinden, welcher Mitarbeiter die Daten ausgeplaudert hatte, durchforstete man eigenmächtig das Hotmail-Konto des Bloggers. Rechtliche Absicherung benötigte der Konzern laut eigenen Aussagen nicht – in den Nutzungsbedingungen nehme man sich die entsprechenden Rechte bereits vorweg heraus. Der hauseigene Jurist des Konzerns habe Microsoft beraten und die Vorgehensweise als angemessen abgenickt.

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„Gerichte erteilen keine Erlaubnisse, sich selbst zu durchsuchen, da dies offenkundig nicht notwendig ist“, weist Microsoft hin – Hotmail gehört Microsoft. Ironisch mutet der Fall dennoch an, da Microsoft mit seiner umstrittenen Kampagne „Scroogled“ den Konkurrenten Google scharf dafür kritisierte die E-Mails seiner Kunden für personalisierte Werbung auszuwerten. Microsoft selbst scheint bei Eigeninteresse jedoch auch nicht gerade abgeneigt private Daten zu durchforsten.

Der Konzern räumt ein, dass man allerdings transparenter hätte sein können. In Zukunft wolle man bei derlei Streitfällen zusätzlich ein unabhängiges Anwaltsteam sowie einen ehemaligen Richter konsultieren, um freiwillig alle juristischen Umstände zu berücksichtigen.

Quelle: Microsoft

André Westphal

Redakteur

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