BlackBerry gibt Hardware auf?

Geschäftsführer räumt Möglichkeit ein

In einem Interview hat der aktuelle Geschäftsführer des kanadischen Herstellers BlackBerry, John Chen, in Aussicht gestellt, dass BlackBerry aus dem Markt für Smartphones aussteigen könnte: „Wenn ich im Markt für Mobiltelefone kein Geld verdienen kann, dann muss ich jenen Markt verlassen“, bringt es Chen lapidar auf den Punkt. Gleichzeitig erklärt Chen, dass intern noch keine derartige Entscheidung gefallen sei. BlackBerry könnte ab einer jährlichen Auslieferungsmenge von 10 Mio. Smartphones bereits Gewinn erwirtschaften.

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2011 konnte BlackBerry, damals noch RIM, 52,3 Mio. Smartphones ausliefern. Im letzten Quartal allerdings verbuchte der Hersteller gerade einmal 2 Mio. verkaufte Geräte. Laut Chen ziehe BlackBerry die Konsequenz und werde beispielsweise in die Bereiche Gesundheitswesen, Finanzen und juristische Bereiche investieren. In jenen Marktsegmenten könne BlackBerry sichere Kommunikationstechniken anbieten: „Wir stellen ein Team von Ingenieuren zusammen, das sich auf Sicherheitstechniken konzentrieren wird. Wir streben in diesem Zusammenhang auch Partnerschaften an.“ Datensicherheit spiele für viele Firmen, gerade angesichts der jüngsten NSA-Skandale, eine immer größere Rolle.

Wenig schmeichelhafte Worte hat Chen dabei für seine Vorgänger auf dem Posten des Geschäftsführers übrig: „Vielleicht hatte das vorherige Management ja den Luxus zu glauben, dass die Welt zu ihnen kommt. Den Luxus kann ich mir aber nicht erlauben.“ Laut Chen sei BlackBerry jedoch auf Kurs, um bis Ende des aktuellen Fiskaljahres Gewinne zu erwirtschaften.

2009 hielt BlackBerry noch international im Smartphone-Segment Marktanteile von ca. 20 %. Mittlerweile steht das Unternehmen in jenem Bereich nur noch bei etwa 2 %.

Quelle: Reuters

André Westphal

Redakteur

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