Apple verärgert über kritische BBC-Dokumentation

CEO Tim Cook zeigt sich "tief verletzt"

Die britische BBC hat Donnerstag eine sehr kritische Dokumentation über den US-Konzern Apple bzw. dessen Zuliefererkette veröffentlicht. Unter dem Titel „Apple’s Broken Promises“ geht man mit dem Unternehmen hart ins Gericht. Jetzt hat Apples Geschäftsführer Tim Cook reagiert und bezeichnet sich selbst als „tief verletzt“ von den Vorwürfen. Jeff Williams, Apples Senior-Vizepräsident für das Vereinigte Königreich, hat sogar eine E-Mail an alle Mitarbeiter in Großbritannien verschickt, um die Inhalte der BBC-Dokumentation zu relaivieren.

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Im Zuge der Doku schleuste die BBC undercover Reporter in die Werke Pegatrons in Shanghai ein, wo die Apple iPad und iPhone zusammengebaut werden. Dort müssen die Arbeiter immer noch viel zu viele Überstunden ableisten, was nicht den gesetzlichen Vorgaben entspreche. Auch werden die Arbeiter in der Fabrik laut dem Beitrag der BBC extrem schlecht behandelt.

In seinem Brief kontert Williams, dass Apple die Bedingungen für die Arbeiter bei Zulieferern stetig verbessere. Man teile die humanitären Ansprüche der BBC, leider seien sie aber in den Beitrag nicht eingeflossen. Dagegen hat der BBC-Beitrag jedoch nachgewiesen, dass die Arbeiter in den Werken in China Schichten von ca. 12 Stunden schieben mussten und 18 Tage am Stück und mehr ohne freie Tage arbeiten mussten. Dem hält Williams entgegen, dass die Zulieferer mittlerweile zu 93 % Apples Vorgaben entsprechen und ein Maximum der Arbeitszeit pro Woche von 60 Stunden pro Person einhalten.

Zu den Vorwürfen, dass Apple Metalle aus Indonesien beziehe, die teilweise von Kinderarbeitern abgebaut werden, bezieht Williams ebenfalls Stellung. Seine Argumentation wirkt allerdings eher verzweifelt: So erklärt Williams, man sei sich dessen bewusst, die Probleme seien aber nicht Apples Schuld, sondern die der korrupten Behörden in Indonesien. Apple könnte natürlich die entsprechenden Rohstoffe aus anderen Ländern beziehen, dies würde die Arbeitsbedingungen in Indonesien aber auch nicht verbessern. Stattdessen versuche man seine Marktmacht zu nutzen, um die Arbeitsbedingungen in Indonesien aktiv zu optimieren.

Dass Apple somit insgesamt wenig angetan von der BBC-Dokumentation ist, ist wenig verwunderlich. Zumal die Vorwürfe andere Konzerne natürlich genau so betreffen. Nun muss die Zeit zeigen, ob sich für die Arbeiter weitere Verbesserungen einstellen.

Quelle: Telegraph

André Westphal

Redakteur

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