iPhone 6s: User wollen TSMC-Chip

Apple Chipgate: TSMC SoC angeblich besser als Samsung SoC

Die A9 Prozessoren der neuen Apple iPhone 6s (Plus) kommen bekanntlich von zwei verschiedenen Fabrikanten: aus Korea von Samsung und aus Taiwan von TSMC. Laut Apple gibt es keine Unterschiede zwischen diesen SoCs, aber Benchmarks bescheinigen dem TSMC-Modell eine längere Akkulaufzeit. Vor allem in Asien beschweren sich Anwender und Medien darüber, dass man nicht von außen erkennen kann, welcher SoC verwendet wird.

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Samsung produziert den Apple A9 SoC mit 14 Nanometer Strukturbreite, wohingegen TSMC die 16-nm-Fertigung verwendet. Angeblich ist der TSMC-Chip dadurch auch etwas größer als der von Samsung und dürfte eine bessere Energieeffizienz erwarten. Tests einiger Anwender zeigen allerdings das Gegenteil. Das krasseste Beispiel ist der „Geekbench 3 Battery Test“, der dem TSMC-Modell eine Akkulaufzeit von 7 Stunden und 50 Minuten bescheinigt. Der Akku des Samsung-Modells war dagegen bereits nach 6 Stunden und 5 Minuten leer – ein Unterschied von immerhin fast 30 %. Andere User verwendeten JavaScript-Tests, Kameraaufnahmen und Video-Playback sowie -Konvertierung. Die Ergebnisse waren weniger frappierend, aber das iPhone 6s mit dem TSMC-Chip konnte nach den Tests trotzdem jedes Mal mit einem höheren Ladestand aufwarten. Es gab zuvor bereits Gerüchte, dass die TSMC-Fertigung der Samsung-Produktion überlegen sei, aber Resultate in dieser Größenordnung waren dann doch überraschend.
Die Performance der verschiedenen iPhone 6s Modelle lag übrigens in den allermeisten Fällen auf dem gleichen Niveau, signifikante Unterschiede gibt es nur bei der Akkulaufzeit.
Das folgende Video zeigt ein paar Tests und Vergleiche der verschiedenen iPhone 6s Versionen.

Apple hat nach diesen Erfahrungsberichten in einer Stellungnahme abgewiegelt. Zitat: Jeder ausgelieferte Chip entspricht Apples höchsten Standards und bietet unglaubliche Performance und großartige Akkulaufzeiten, unabhängig von iPhone Modell, Kapazität oder Farbe. Bestimmte, künstliche Labortests, die die Prozessoren kontinuierlich unter hohe Last setzen bis der Akku leer ist, sind nicht repräsentativ für die alltägliche Nutzung, da sie unrealistisch lange bei höchster CPU-Last laufen. Das ist eine irreführende Art und Weise, die normale Akkulaufzeit zu messen. Unsere Tests und Kundendaten zeigen, dass die tatsächlichen Akkulaufzeiten von iPhone 6s und iPhone 6s Plus selbst unter Berücksichtigung unterschiedlicher Komponenten um lediglich 2 bis 3 Prozent variieren. Zitatende.

Medien in Hongkong berichten, dass die verschiedenen Modelle des iPhone 6s weltweit ungleich verteilt werden. Demnach seien rund 60 % der in den USA und Japan verkauften Modelle mit dem TSMC-Chip ausgestattet, während das Verhältnis in Hongkong genau umgekehrt sei. Obwohl TSMC eine taiwanische Firma ist, basieren seltsamerweise angeblich 80 % der in Taiwan verkauften iPhone 6s auf dem Samsung-Chip. Insbesondere in Taiwan sind die Kunden darüber alles andere als erfreut und viele drohen in den sozialen Medien damit, ihr iPhone 6s umzutauschen, bis sie ein TSMC-Modell erhalten.
Anhand von Produktcodes oder Seriennummern ist nicht ersichtlich, welcher SoC in einem bestimmten iPhone 6s steckt, aber man kann es mit einigen (kostenlosen) Apps herausfinden. Beispiele sind „Lirum Device Info Lite“, „Battery Memory System Status Monitor“ oder „CPU Identifier“. Je nach angezeigter Modellbezeichnung kann man dann herausfinden, welcher SoC verwendet wird:

  • iPhone 6s – Model N71AP – Samsung A9
  • iPhone 6s – Model N71mAP – TSMC A9
  • iPhone 6s Plus – Model N66AP – Samsung A9
  • iPhone 6s Plus – Model N66mAP – TSMC A9

Was für die Kunden eventuell ärgerlich ist, kann als Erfolg für TSMC bezeichnet werden, denn wenn ihr Chip tatsächlich besser ist, dürfte das bedeuten, dass die Taiwaner bei der nächsten Generation in einer besseren Verhandlungspostion sind und eventuell einen größeren Anteil am Produktionsvolumen bekommen.



Geekbench Battery Test
Antutu Benchmark
Battery Memory System Status Monitor

Quelle: The China Post

Frank Schräer

Herausgeber, Chefredakteur und Webmaster

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