Nvidia kurz vor Übernahme von ARM?

Befindet sich angeblich in konkreten Verhandlungen mit SoftBank

Vor etwas mehr als einer Woche hatten wir berichtet, dass Nvidia an einer Übernahme von ARM interessiert sei, den englischen Mobilchip-Architekten, deren Cortex Technologien in praktisch allen Handys steckt und zunehmend auch im professionellen Umfeld eingesetzt wird. Nun heißt es, dass die Gespräche mit ARM-Mehrheitseigner SoftBank mittlerweile weit fortgeschritten seien.

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Wie es heißt, könnten Nvidia und der japanische Finanzriese SoftBank innerhalb der nächsten Wochen zu einem Abschluss kommen, weil Nvidia derzeit auch der einzige Interessent sei für ARM. Nach Angaben eines anonymen Informanten seien aber noch eine Entscheidungen gefallen und die Verhandlungen könnten sich auch noch hinziehen oder sogar scheitern. SoftBank könnte in diesem Fall andere Firmen ansprechen für die ARM-Übernahme oder einfach nur seine Aktien auf dem freien Markt anbieten. Das dürfte allerdings die letzte Möglichkeit für die Japaner sein um ARM loszuswerden und wird nicht vor nächstem Jahr erwartet.

Die Übernahme von ARM dürfte die bislang größte werden für die Halbleiter-Branche, aber sie wird abhängig sein von der Zustimmung der Aufsichtsbehörden. Schließlich ist Nvidia nur einer der Kunden von ARM und andere ARM-Partner wie Intel, Samsung, Qualcomm und Apple dürften Garantien verlangen, dass sie weiter Zugriff auf die Lizenzen und Befehlssätze von ARM bekommen.

SoftBank hatte die englische Firma ARM vor ziemlich genau vier Jahren übernommen, als diese zum Verkauf stand. Damals zahlten die Japaner fast 29 Milliarden Euro und seitdem hat sich der Firmenwert nicht verringert. Im Gegenteil, der Aktienkurs von ARM hat sich allein in den letzten drei Jahren fast verdoppelt. Finanzexperten schätzen die Kosten einer Übernahme von ARM auf aktuell rund $55 Mrd., die Nvidia zum Teil auch mit eigenen Aktien finanzieren könnte, nachdem der eigene Börsenkurs zuletzt soweit gestiegen war, dass man bei der Marktkapitalisierung Anfang Juli sogar Intel überholen konnte.

Quelle: Bloomberg

Frank Schräer

Herausgeber, Chefredakteur und Webmaster

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