OnePlus 9 Pro: Hersteller bremst die Leistung in vielen Apps bewusst aus

Software-Optimierungen favorisieren Benchmarks

OnePlus verwendet eine neu Art der Performance-Optimierung, welche den Kollegen von AnandTech aufgefallen ist. So wird die Leistung der meisten populären Apps wie WhatsApp, Google Chrome, Facebook, Instagram, Dropbox, Twitch und Amazon gezielt gedrosselt. Das Muster wirkt nicht neu, denn vor einigen Jahren wurden Hersteller wie OnePlus dafür kritisiert, dass sie gezielt Benchmark-Apps auf Whitelists setzen, damit die volle Leistung freigeschaltet wurde. Nun verfährt man umgekehrt: Weit verbreitete Anwendungen landen auf Blacklists.

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Das führt zu kuriosen Szenarien: Etwa konnte AnandTech testen, dass der Browser Google Chrome an dem OnePlus 9 Pro deutlich schlechter läuft als Vivaldi, welcher aufgrund seiner geringen Verbreitung nicht auf der schwarzen Liste landete. Denn: Apps auf die auf der Blacklist stehen, dürfen nicht auf die leistungsfähigsten Kerne des Qualcomm Snapdragon 888 zurückgreifen. Die Tests wurden dabei mit dem OnePlus 9 Pro ausgeführt, die Verfahrensweisen von OnePlus könnten aber auch gut da normale OnePlus 9 betreffen.

Nachweisen konnte man die Diskrepanzen durch Browser-Benchmarks, die am OnePlus 9 Pro jeweils deutlich niedriger ausfielen als an Konkurrenzmodellen. So wird der Qualcomm Snapdragon 888 also am OnePlus 9 Pro künstlich ausgebremst. Auffallend ist, dass OnePlus das auch bewusst bei System-eigenen Apps, wie etwa der Kamera-Anwendung, so handhabt. Was könnte die Begründung sein? Nun, OnePlus dürfte die Performance in den Apps durch seine Blacklists drosseln, damit die Energieeffizienz passt. Gut möglich, dass man da technologisch nicht so weit ist wie Platzhirsche wie Samsung und sich deswegen auf diesem Weg zu behelfen versucht.

OnePlus bewegt sich damit in einer Grauzone, könnte man sagen. Denn es ist immer noch so, dass bewusst einigen Apps die volle Leistung gereicht wird, während man die Performance in anderen Anwendungen bewusst bremst. Dadurch sind die Benchmark-Ergebnisse des OnePlus 9 Pro etwa kaum zu gebrauchen, da sie nicht die reale Leistung widerspiegeln. Eine Stellungnahme des Unternehmens steht jedoch noch aus.

Quelle: AnandTech

André Westphal

Redakteur

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