Elegoo Neptune 3 Plus 3D-Drucker im Test - Seite 3

Großer FDM 3D-Drucker mit sehr gutem Preis-Leistungsverhältnis

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Aufbau

Der Elegoo Neptune 3 Plus wird in einem teilweise zusammengebauten Zustand geliefert. Aus diesem Grund ist der Aufbau entsprechend einfach und schnell erledigt. Nach 15 bis 20 Minuten ist alles fertig.

Durch den umfangreichen Lieferumfang kann der Aufbau komplett ohne eigenes Werkzeug erfolgen. Die beiliegende Anleitung ist anschaulich und die einzelnen Schritte werden genau aufgezeigt. Wer genauere Infos haben möchte, kann das detaillierte Montagevideo auf der microSD-Karte anschauen.

Im ersten Schritt wird der Rahmen aus eloxiertem Aluminium mit vier Schrauben am Druckbett befestigt (Bild 1). Danach wird die Halterung des Touchscreens mit drei Schrauben festgeschraubt (Bild 2). Anschließend wird das Display mit dem Drucker verbunden und in die magnetische Halterung gelegt (Bild 3). Jetzt kann der Filament-Halter am Rahmen befestigt werden (Bild 4).

Nun kann der Filament-Sensor an den Filament-Halter geschraubt (Bild 5) und die Halterung für den Kabelstrang vom Drucker zum Druckkopf montiert werden (Bild 6). Zur Stabilisierung der Z-Achse wird auf beiden Seiten eine Verbindungsstange angebracht (Bild 7). Aufgrund der höheren Z-Achse ist diese erst ab dem Neptune 3 Plus vorhanden. Anschließend wird der Kabelstrang mit dem Druckkopf verbunden (Bild 8).

Zu guter Letzt müssen noch ein paar Kabel verbunden bzw. zusammengesteckt werden (Bild 9-11).

Insgesamt macht der Drucker einen qualitativ hochwertigen und stabilen Eindruck. Die Verarbeitungsqualität ist sehr gut. Durch die zusätzliche Stabilisierung der Z-Aschse ist diese bombenstabil und wackelt keinen Millimeter.

Weitere Vorarbeiten

Der 3D-Drucker ist fertig aufgebaut und wäre theoretisch bereit fürs (Auto)leveling. Allerdings sollten davor die Gleitrollen am Druckbett, am Druckkopf und am Portal geprüft werden. Ebenso die Riemenspanner an der X- und Y-Achse. Diese sind zwar laut Elegoo ab Werk voreingestellt, könnten aber durch den Transport nicht mehr ganz passend sein.

Das Druckbett und der Druckkopf sollten nicht wackeln. Wenn das der Fall ist, kann man mit dem Schraubenschlüssel die Feststellschrauben etwas nachziehen. Es befinden sich sechs Rollen unter dem Druckbett und zwei verstellbare Rollen unten am Druckkopf (siehe Bild). Allerdings sollte man hier vorsichtig agieren, denn die Gleitrollen sollten auch nicht zu fest sitzen. Wenn nichts mehr wackelt, alle Rollen sich aber mit mittlerer Anstrengung von Hand drehen lassen, passt alles.

Elegoo Neptune 3 Plus – Gleitrollen justieren (Quelle: Elegoo)

Ebenso sollten die inneren Rollen an beiden Seiten des Portals identisch nachjustiert werden.

Im Anschluss sollte die Spannung der Riemen für die X- und Y-Achse geprüft werden. Das Druckbett und der Druckkopf können von Hand bewegt werden. Wenn dies zu schwer- oder leichtgängig funktioniert, muss die Spannung nachjustiert werden. Dies kann mit den zwei werksseitig verbauten Riemenspannern erfolgen.

Die dünne Metallplatte mit PEI-Beschichtung sollte vor dem ersten Druck gründlich mit Seife gereinigt und anschließend getrocknet werden.

Leveling

Jetzt kann der Drucker gelevelt werden. Das Leveling funktioniert im Gegensatz zum Neptune 3 Pro nicht komplett vollautomatisch (Autoleveling). Dies ist in der deutlich größeren Druckplatte begründet.

Unter der Druckplatte befinden sich sechs Verstellrädchen zum manuellen Anheben oder Absenken des Druckbetts. Im ersten Schritt wird die Druckplatte mit Hilfe der Rädchen manuell möglichst gleichmäßig eingestellt. Die Software unterstützt dabei.

Sofern dies geschehen ist, kann das Autoleveling gestartet werden. Dazu wird das Druckbett auf 60°C und die Nozzle auf 140°C erwärmt. Anhand 49 vorgegebener Punkte auf dem Druckbett wird der Abstand des Druckkopfes vollautomatisch überprüft. Die ermittelten Unterschiede werden nach Abschluss des Vorgangs im Display angezeigt.

Zum Schluss muss der Z-Abstand manuell angepasst werden. Dies erfolgt mit Hilfe eines normalen DIN-A4-Blatts, welches zwischen der Düse und dem Druckbett bewegt wird. Beim Ziehen sollte ein geringer Widerstand zu spüren sein, dann ist die optimale Höhe eingestellt.

Feintuning

An dieser Stelle könnt ihr direkt mit dem ersten Druck starten. Wer bereits mehr Erfahrung im 3D-Druck besitzt, möchte oftmals aber gerne das Feintuning angehen, bevor der erste Druck gestartet wird. Dadurch kann die von Haus aus bereits gute Druckqualität noch weiter gesteigert werden. Das Feintuning kann aber unabhängig davon zu jeder Zeit durchgeführt werden.

Konkret solltet ihr die Extruder steps/mm kalibrieren und das PID-Autotuning am Hotend durchführen. Weitere Details dazu und das genaue Vorgehen habe ich auf meinem Blog im Artikel “Feintuning Elegoo Neptune 3 Pro / Plus / Max” beschrieben.

Tobias Rieder

Arbeitet seit September 2008 als freier Redakteur für Hartware.net. Nebenbei betreibt er seine beiden Blogs Antary und SSDblog.

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