CPU-Verkäufe bei Amazon brechen 2026 deutlich ein

Speicherkrise und hohe Preise bremsen offenbar PC-Upgrades

Der PC-Hardware-Markt steht im Jahr 2026 zunehmend unter Druck – und aktuelle Zahlen von Amazon USA zeigen deutlich, wie stark sich die Situation auf Prozessorverkäufe auswirkt. Im ersten Quartal des Jahres gingen die CPU-Verkäufe auf der Plattform im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um drastische 47 Prozent zurück. Besonders auffällig ist der Einbruch im Februar mit rund 25.700 verkauften Einheiten, nachdem im Dezember 2025 noch über 40.000 CPUs abgesetzt wurden. Das signalisiert eine spürbare Abkühlung der Nachfrage.

Anzeige

Ein zentraler Faktor für diese Entwicklung ist die anhaltende Speicherknappheit. Die hohe Nachfrage nach DRAM – insbesondere durch KI-Anwendungen und Rechenzentren – sorgt weiterhin für steigende Preise und eine begrenzte Verfügbarkeit im Endkundensegment. Dadurch verteuert sich der Bau neuer PCs erheblich, was viele Nutzer dazu veranlasst, geplante Upgrades zu verschieben oder bestehende Systeme länger zu nutzen.

Auf dem Amazon-Marktplatz dominiert AMD weiterhin klar das Geschehen und kommt auf rund 86 Prozent der verkauften CPUs. Intel liegt zwar bei den Stückzahlen deutlich zurück, erzielt jedoch im Schnitt höhere Verkaufspreise pro Prozessor (ASP, average selling price). Gleichzeitig zeigt sich ein klarer Trend im Kaufverhalten: Preisbewusste Modelle wie der im März 2022 vorgestellte Ryzen 5 5500 zählen zu den meistverkauften CPUs. Das deutet darauf hin, dass Effizienz und Kostenersparnis aktuell wichtiger sind als maximale Leistung.

Dazu gehört auch, dass AMDs CPUs für den älteren AM4-Sockel grundsätzlich wieder populärer werden, obwohl die Nachfolgeplattform AM5 bereits im September 2022 mit der Ryzen 7000 Serie eingeführt wurde. Doch aufgrund der Speicherkrise greifen immer mehr Käufer auf AM4-Modelle zurück, die bei Amazon in den USA einen Marktanteil von 39 Prozent einnehmen, während AM5-CPUs jetzt bei 47,2 Prozent liegen.

Amazon CPU-Verkaufszahlen (Tabelle von 3D Center)

Hochpreisige High-End-Prozessoren sind zwar weiterhin verfügbar, spielen im Gesamtbild jedoch eine geringere Rolle. Die steigenden Kosten für zentrale Komponenten – allen voran Arbeitsspeicher – verändern die Prioritäten der Käufer deutlich. Prognosen gehen derzeit davon aus, dass die angespannte Lage am Speichermarkt bis mindestens 2028 anhalten könnte. Eine kurzfristige Entspannung bei den Preisen ist somit nicht in Sicht.

Quelle: TechEpiphany @ X

[shariff backend="on" services="facebook|twitter|googleplus|xing|mailto|info"]

Frank Schräer

Herausgeber, Chefredakteur und Webmaster

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert