Die Alliance for Open Media (AOMedia) hat Ende Mai 2026 mit einiger Verspätung endlich den Next-Gen-Videocodec AV2 finalisiert. Eigentlich wollte man die finale Version des Standards bereits Ende 2025 vorlegen. Es handelt sich hier natürlich um den direkten Nachfolger des 2018 vorgestellten AV1. Der zuletzt genannte Videocodec hat viele Jahre benötigt, um sich in der Praxis wirklich auszubreiten. Inzwischen verwenden ihn Plattformen wie Netflix, YouTube oder auch Nvidia GeForce Now.
Allerdings ist AV1 trotz seiner Effizienz und des Verzichts auf Lizenzgebühren dennoch kein großflächiger Ersatz für das breit etablierte HEVC geworden. Es wird daher spannend sein, zu beobachten, ob sich AV1 mit einer abermaligen Effizienzsteigerung von durchschnittlich 30 % schneller und breiter am Markt etablieren kann. Geeignet ist AV2 nicht nur für 4K- und 8K-Streams, sondern ebenfalls auch z. B. fürs Cloud-Gaming oder auch AR- und VR-Inhalte.
Hinter AV2 bzw. der AOMedia stecken dabei Branchenriesen wie Apple, Google, Intel, Microsoft, Nvidia, Samsung oder auch Meta. Die Plattformen haben allerdings die Wahl, wie sie die erwähnten Effizienzsprünge in der Praxis nutzen. Theoretisch wäre eine gesteigerte Bildqualität bei identischer Bitrate möglich. Wahrscheinlicher dürfte es jedoch in der Praxis sein, dass die Streaming-Dienste lieber bei gleichbleibender Bildqualität die Bitrates senken, um Kosten zu sparen.
Quelle: Alliance for Open Media

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