Shuttle AV45GT
Positiv fiel uns sofort auf, dass Shuttle einige Kritikpunkte des Vorgängers AV40 nicht mit ins AV45GT-Layout übernahm. Ausgerechnet auf die scharf kritisierte aktive Kühlung wollte man jedoch nicht verzichten. Zu allem Unglück verwendet man weiterhin den billigen Lüfter, der beim AV40 für eine nervende Geräuschkulisse sorgte. Diese blieb beim AV45GT jedoch zu unserer Überraschung aus, der Lüfter ist angenehm ruhig. Anscheinend war der Lüfter auf dem zuvor getesteten Board defekt. Fakt ist jedoch, dass die winzigen 40mm-Lüfter auf Mainboards überdurchschnittlich oft kaputtgehen. Das äußert sich zuerst durch eine erhöhte Geräuschkulisse. Umgehen können Mainboardhersteller das Lüfterproblem, indem sie ein passives Kühlelement einsetzen. Das ist problemlos mit allen aktuellen PC-Chipsätzes verwendbar. Eine aktive Kühlung ist zur Zeit noch nicht zwingend nötig. Es wäre schön, wenn das endlich auch die Entwickler der Mainboards begreifen würden.
Der Anschluß für Floppylaufwerke rutschte vom unteren Platinenrand mittig an den rechten Rand. Die Gefahr, dass die Kabel bei Bigtowern den Anschluss gar nicht mehr erreichen, ist so minimiert worden. Geblieben ist leider der Lüfteranschluss an der linken (!!!) unteren Ecke. Uns ist immer noch nicht klar, welchen Lüfter man dort anschließen soll. Um den Anschluß zu erreichen, müßte man erst einige PCI-Karten ausbauen. Zudem haben die meisten Lüfter kurze Kabel, die gar nicht bis zur linken unteren Ecke reichen.
Das Board ist wieder nur mit angeschlossenem 12V-Kabel bootbar. Das dürfte Besitzer leistungsstarker Netzteile ohne 12V-Kabel frustrieren. Sie müssen ein neues Netzteil kaufen, egal ob das alte den Pentium 4 mit ausreichend Strom versorgen könnte oder nicht.
Von den sechs möglichen USB-Ports nutzt Shuttle vier. Zwei sitzen an der ATX-Blende, zwei weitere an einem zusätzlichen Slotblech. Will man alle sechs nutzen, muss man sich ein weiteres Slotblech selbst kaufen. Wenigstens die nötigen Anschlüsse sind auf der Platine vorhanden.
Um die Fähigkeiten des onBoard-Sounds vollständig nutzen zu können, legt Shuttle ein Slotblech mit einer Buchse für einen Klinkenstecker bei. An diese kann wahlweise ein Subwoofer oder Center-Lautsprecher angeschlossen werden.
Die Buchse hätte problemlos mit an das USB-Slotblech gepasst, belegt in ihrer jetzigen Form aber leider einen ganzen Steckplatz. Will man einen Subwoofer und alle sechs USB Ports nutzen, gehen allein drei Steckplätze nur an Slotbleche verloren. Andere Hersteller sind deutlich flexibler und bringen an einem Slotblech vier USB-Buchsen unter.
Das englischsprachige Handbuch ist teilweise zu oberflächlich und technisch gehalten. Es erklärt viele wichtige BIOS-Optionen nur unzureichend.
Das BIOS selbst enttäuscht ebenfalls. Zwar kann man an den Speichertimings noch relativ viel ändern, beim Übertakten stehen dem Anwender aber wenig Optionen zur Verfügung. Der FSB läßt sich lediglich auf 120MHz anheben, läppische 20% über dem Standard. Die Spannung läßt sich ebenfalls nur zwischen 1.1 und 1.85V verändern. Den Speicher kann man mit 0.2V Überspannung beglücken, den Chipsatz gerade noch mit 0.15V.
Die Ansätze für ein anständiges Übertakter-BIOS sind durchaus erkennbar, wurden jedoch im Keim erstickt. Wer wirklich übertakten will, kann mit dem AV45GT wenig anfangen.

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