DDR400 – Game over?

Keine Unterstützung für DDR400 Speicher von Intel, VIA und SiS

Bereits im April diesen Jahres hatten wir über die Uneinigkeit der Industrie hinsichtlich DDR400 SDRAM berichtet. Manche Hersteller unterstützen es, manche nicht und einige wollten erst, zucken aber jetzt offensichtlich doch zurück. Marktführer Intel hält sich definitiv zurück und das Firmen-übergreifende Standardisierungsgremium der Speicherhersteller, die JEDEC, wird DDR400 nicht spezifizieren. Wer solche Chips und Module baut, ist also auf sich allein gestellt. Dies hat vermutlich dazu geführt, dass VIA Technologies und Silicon Integrated Systems (SiS) jetzt doch keine Chipsätze mit offizieller Unterstützung für DDR400 auf den Markt bringen werden.

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Nach Berichten aus Taiwan hat SiS die Entwicklung der neuen SiS648DX (für Intel-CPUs) und SiS746DX (für AMD-CPUs) eingestellt. Man bleibt also erstmal bei SiS648 und SiS746, die beide für maximal DDR333 ausgerichtet sind.
Der VIA P4X400 unterstützt laut Spezifikation zwar einen Speicherbus mit 200MHz, kann aber offiziell trotzdem nur Speichermodule mit bis zu 166MHz (DDR333) verarbeiten. Über den VIA KT400 haben wir in diesem Zusammenhang ja schon mehrfach berichtet.

Von den aktuellen Chipsätzen mit offiziellem DDR400-Support bleibt damit nur der nForce2 von nVidia übrig. Dieser wurde zwar Mitte Juli schon vorgestellt, aber auf Samples oder sogar verkaufsfertige Platinen wartet man immer noch vergeblich.
Zweifellos können viele derzeit erhältlichen Chipsätze zumeist auch mit einem Speichertakt von 200MHz arbeiten, aber nur im Rahmen von Übertaktung. Wenn die Mainboard-Hersteller also die Unterstützung von DDR400 versprechen – und viele Anbieter von KT400-Platinen tun genau das – dann liegt die Verantwortung allein bei den Board-Produzenten und nicht bei den Chipsatz-Herstellern.
Intel nimmt hier eine Sonderstellung ein, denn der Prozesorgigant wird erst Anfang Oktober seine DDR333-fähigen Chipsätze einführen. Bisher unterstützen die aktuellen Pentium 4 Chipsets i845E, i845G und i845GL maximal 133MHz Speichertakt (DDR266).

Damit kehrt in den sich enorm schnell entwickelten Markt für DDR SDRAM endlich etwas Ruhe ein. DDR333 dürfte damit bis zur breiten Einführung von DDR-II, die erst 2004 erwartet wird, der schnellste Standard bleiben.
Schnellere Alternativen gibt es natürlich trotzdem. Direct Rambus DRAM wird zukünftig wohl eher vernachlässigt werden, aber dessen Platz dürften derweil Zweikanal-DDR-SDRAM und/oder Quad Band Memory einnehmen.

Samsung DDR400 Speichermodule

Quelle: DigiTimes

Frank Schräer

Herausgeber, Chefredakteur und Webmaster

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