Intel erhöht Front Side Bus

Kommenden Prozessoren und Chipsätze angeblich mit 800 MHz FSB

Nachdem der Pentium 4 Prozessor vor ziemlich genau zwei Jahren eingeführt wurde, hatte sich am ursprünglichen Front Side Bus, über den die CPU mit Speicher und Chipsatz kommuniziert, zunächst wenig geändert. Erst im Mai diesen Jahres erhöhte Intel den FSB bei einigen Modellen von 400 auf 533 MHz. Für das nächste Jahr war eine erneute Steigerung auf 667 MHz geplant. Manche Mainboard-Hersteller warben sogar schon mit der Unterstützung dieses FSB für ihre aktuellen Platinen mit 845PE Chipsatz. Nun hat Intel seine Mainboard-Partner in der letzten Woche angeblich über eine große Änderung der Roadmap informiert. Statt mit 667 MHz sollen die neuen Prozessoren des nächsten Jahres mit einem FSB von 800 MHz ausgestattet sein. Außerdem soll DDR400 SDRAM unterstützt werden.

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Die Änderungen bezogen sich dabei auf den kommenden Intel-Chipsatz mit dem Codenamen “Springdale“. Das soll praktisch die Desktopversion des E7205 (“Granite Bay“) sein, der eher für Workstations und kleine Server gedacht ist. Beide unterstützen AGP 8x und Dual-Channel DDR SDRAM. Nun wurde bekannt, dass der Springdale im zweiten Quartal 2003 neben einer Version für FSB533 und DDR333 (Springdale-P) auch als Springdale-PE mit FSB800 und für DDR400 vorgestellt werden soll. Das bedeutet natürlich, dass zur gleichen Zeit auch ein entsprechender neuer Prozessor mit diesem höheren Front Side Bus eingeführt wird. Dabei dürfte es sich weiterhin um eine Version des Pentium 4 “Northwood“ in 130nm Fertigungstechnologie handeln, da der Prescott (90nm Fertigung) erst später kommen soll.
Übrigens handelt es sich beim Front Side Bus des Pentium 4 nicht um ‚reale‘ 533 oder 800 MHz, sondern um einen sogenannten “Quad Pumped Bus“. Pro Takt werden dabei vier Datenpakete übertragen – statt “Double Data Rate“ (DDR) wie beim FSB des AMD Athlon (XP) also “Quad Data Rate“. Bei einem realen FSB von 133 MHz spricht man also gemeinhin von 533MHz FSB. Nun steht also im nächsten Jahr die Steigerung auf einen realen FSB von 200 MHz an.

Ein weiteres interessantes Detail zu den kommenden Intel Pentium 4 Prozessoren mit 800 MHz Front Side Bus hat AnandTech auf der Computermesse Comdex aufgeschnappt. Demnach sollen nicht nur die neuesten Modelle den erhöhten FSB bekommen, es soll auch niedriger getaktete Pentium 4 Versionen geben – bis runter auf 2.4 GHz. Außerdem sollen alle CPUs mit dem FSB800 Hyper-Threading unterstützen!

Die Erhöhung des FSB dürfte einige Konsequenzen für die Konkurrenz nach sich ziehen. Chipsatz-Hersteller SiS muss nun seine kommenden Produkte von 667 auf den neuen 800 MHz FSB umstellen, was eventuell zu Verzögerungen bei neuen Chipsätzen führt. AMD könnte sich schwerer tun bei der Einführung seiner kommenden x86-64 Prozessoren Athlon 64 und Opteron, die übrigens ebenfalls einen FSB von 800 MHz besitzen. Und stagnierende oder sogar sinkende Marktanteile bei AMD treffen insbesondere VIA als Hauptlieferant von AMD-Chipsätzen, der keine Lizenz für P4-Chipsets besitzt.

Fast noch überraschender als der höhere Front Side Bus ist die angeblich geplante Unterstützung von DDR400 SDRAM. Normalerweise ist Intel sehr vorsichtig bei der Auswahl des unterstützen Speichers. Ohne eine Verabschiedung eines in der Breite akzeptierten Standards durch das Firmen-übergreifende Gremium der JEDEC geht bei Intel gar nichts. Erst nachdem DDR333 von der JEDEC verabschiedet wurde, setzte auch Intel mit den 845PE und 845GE Chipsätzen auf dieses Pferd. Nun hieß es eine ganze Zeit, dass DDR400 nie zum Standard werden wird, sondern die JEDEC lieber DDR-II den Vorzug gibt. Davon ist nun nicht mehr auszugehen. Wenn Marktführer Intel eine Standardisierung von DDR400 wünscht, darf man sicher sein, dass der Rest der Industrie nicht viel dagegen einzuwenden hat. Ein von allen Herstellern akzeptierter DDR400 Standard hilft ja auch allen, z.B. den Mainboard-Produzenten bei der Kompatibilitätsprüfung.

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Quelle: DigiTimes

Frank Schräer

Herausgeber, Chefredakteur und Webmaster

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