Dreikampf: AeroCool vs. Thermalright vs. Zalman - Seite 4

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Kühler und Systemstabilität

Es soll ja schon Fälle gegeben haben, bei denen die CPU-Kerntemperaturen okay waren, aber unter Last der Systembetrieb instabil wurde und keiner wusste auf einmal so recht warum. Vielleicht lag es ja an den zu hohen Mosfet Temperaturen, welche allerdings in der Regel nirgends ausgelesen werden konnten. Ein Hauptgrund, warum wir unsere Testplattformen mit der ABIT KD7 Serie aufgebaut haben. Leider wird das Thema Hardware-Monitoring allgemein von vielen Mainboard-Herstellern eher oder mittlerweile wieder sehr stiefmütterlich behandelt.

Das ABIT NF7-S Motherboard zum Beispiel hat einen 3-phasigen Spannungsregler mit sechs Energie Mosfets und ein HIP6301CB Mehrphasen-Mosfet-Steuerpult. Ein auf 1900 MHz übertakteter AMD Athlon XP 1700+ erzielt lediglich eine Höchsttemperatur der Mosfets von noch angenehmen 40°C (ca.). Das ist kühl genug, um auf eine aktive und auch passive Kühlung zu verzichten. Jedoch nehmen leistungsfähigere, schnellere Prozessoren auch zukünftig viel mehr Energie auf und der Spannungsregler muss je nach Anforderung wesentlich mehr Energie bereitstellen, um einen stabilen Systembetrieb sicher zu stellen.

Nimmt man die maximale Verlustleistung von neuen Prozessoren wie z.B. die des Intel Pentium 4 mit ca. 94 bis 103 Watt und die des AMD Athlon 64 mit etwa 85W, werden die Mosfets erheblich stärker belastet, also auch wesentlich heißer. Nun gut, die maximale Verlustleistung wird im Regelfalle nicht kontinuierlich erzielt, aber es kann zumindest kurzfristig so sein.

MSI mit passiver Mosfet-Kühlung



Einfach mal den Finger daran halten!

Die maximale thermische Belastung von Qualitäts-Mosfets liegt bei 125°. Dies gilt allerdings nur bei optimalen Rahmenbedingungen und für diese selbst. Elkos, Mainboardplatine und die damit verbundenen anderen Bauteile unterliegen ebenso enormen Belastungen und Temperaturen. Wie würde sich aber eine solche Temperatur auf die gesamte Peripherie auswirken? Wir meinen, dass je nach Qualität des Mainboards und der darauf verbauten Bauteile jenseits von 80-90°C Mosfet-Temperatur bereits die Systemstabilität nicht mehr dauerhaft gewährleistet ist. Selbst bei 3- oder 4-Phasen Qualitäts-Spannungsreglern der Marken-Mainboards kann sich dies beim Overclocking ohne zusätzliche Kühlung mit extremen Temperaturerhöhungen auswirken und den stabilen Systembetrieb in Frage stellen. Da allerdings die neuen CPUs von Natur aus schon sehr Energie-hungrig sind, sollten auch bei den dafür zu verwendenden Mainboards empfehlenswerterweise entsprechend hochwertige Bauteile verwendet werden.
Beim Pentium 4 ist es mittlerweile sogar Intel-Vorgabe, 3-Phasenwandlungen aktiv zu kühlen. Für solche Vorgaben kommen praktisch aber nur Kühler mit einem entsprechenden Design in Frage. Kühllamellen, die nur in eine Richtung zeigen, erfüllen je nach Lage des Sockels und der Bauteile diese Funktion nicht oder nur in sehr geringen Maße.
Wer zusätzlich übertaktet und/oder ein weniger hochwertiges Mainboard verwendet, bewegt sich unter Umständen schon sehr schnell
in Grenzbereichen und sollte einen Kühler verwenden, welcher in der Lage ist, besagte Bauteile entsprechend aktiv zu ventilieren.

Insofern kann an Hand der neuen Charts der dafür am ehesten geeignete Luft-Kühler sehr leicht herausgefunden werden. Ergo: Nicht nur auf die Kerntemperaturen der CPU unter Last, sondern auch auf die Mosfet Temperaturangaben achten. Ein Kühler, welcher lediglich nur eine gute Kerntemperatur ausweist, ist noch lange kein Garant für einen entsprechend benötigten stabilen Systembetrieb. Besitzer weniger hochwertiger Mainboards sollten daher je nach Vorhaben um so mehr auf einen leistungsfähigen Kühler achten, da dieser mittlerweile eine Multifunktionsaufgabe zu erfüllen hat.

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