Nvidia kritisiert Intels Larrabee

Veraltete Architektur soll aus Intels Projekt eine Totgeburt machen

Erstmals spricht Bill Dally, bei Nvidia leitender Wissenschaflter und vormals Vorstand der Computer-Wissenschafts-Abteilung der Stanford Universität, mit den Medien. Dally hebt im Interview mit der New York Times hervor, dass GPUs bereits länger als CPUs mit etlichen Kernen arbeiten. Grafikchips verlassen sich auf hunderte kleiner Kerne, die alle parallel arbeiten. In CPUs seien diese Kerne nur wesentlich größer. Laut Dally knallen AMD und Intel momentan allerdings gegen eine Mauer, da sie keine Geschwindigkeitssteigerungen mehr erzielen.

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Dally steht neuen Technologien offen gegenüber: Er stellt sich für die Zukunft mehrere reguläre CPUs in einem PC vor, die einfache Tasks ausführen, während die Grafikchips anspruchsvollere Aufgaben übernehmen. Bereits jetzt denkt Dally, dass es falsch sei Nvidia-Produkte auf reine Grafiklösungen zu reduzieren.

Besonders scharf kritisert Dally Intel, welche zwar ebenfalls die Fusion von CPU und GPU anstreben, aber laut dem Nvidia-Wissenschaftler veraltete Technologie nutzen: „Intels Chip arbeitet mit dem x86-Befehlssatz und die Strafe dafür ist hoch.“ Laut Dally verschwende Intel so wertvollen Platz auf dem Chip. Intel hingegen behauptet der x86-Befehlssatz würde die Software-Entwicklung vereinfachen. Dally scheint darüber eher zu schmunzeln: „Ich denke ihr Argument ist vielmehr eine Marketing-Geschichte.“

Dally fährt fort, dass er nachdachte bei Intel eine Stelle anzunehmen, aber diese Möglichkeit schnell ausschloss: „Intel scheint kein Platz zu sein, an dem ich etwas ändern könnte. Die Firma ist so riesig und bürokratisch.“

Ob Dally recht behält, wird sich mit dem Erscheinen des Larrabee-Chips zeigen.

Quelle: NewYorkTimes

André Westphal

Redakteur

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