AMD: Details zu Bobcat & Bulldozer

Offizielle Informationen über die neuen Plattformen

AMDs Bobcat- und Bulldozer-Plattformen sollen 2011 erscheinen. Bobcat soll dabei die Basis des ersten Fusion-Chips (Codename: „Ontario“) von AMD sein und Anfang 2011 auf den Markt kommen. Bulldozer soll ebenfalls 2011 erscheinen, aber zunächst in AMDs Server- und im High-End-Desktop-Segment auftauchen. Die Bulldozer-Architektur nutzt Module, die jeweils zwei Kerne beherbergen. Die Kerne teilen sich die Befehlsdekodiereinheit sowie den L2-Cache, verfügen aber jeweils über vier eigene Pipelines, eigenen L1-Cache für Daten und einen Scheduler für Integer-Befehle. AMD zeigt die Neuerungen auch anhand eines Videos.

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Die Gleitkommaeinheiten von Bulldozer nutzen wiederum beide Kerne gemeinsam. AMD nennt dieses Konzept „Core Multithreading“ (CMT). Der Vorteil ist, dass die neuen Kerne durch den modularen Aufbau weitaus weniger Platz benötigen, aber dennoch einen hohen Leistungsgewinn erzielen – laut AMD bis zu 80 %. Desktop-Modelle sollen bis zu vier dieser Module mit je zwei Kernen besitzen. Alle Module können auf einen gemeinsamen L3-Cache sowie einen integrierten Speichercontroller zugreifen. Gerüchte sprechen davon, dass bei Top-Modellen mehr als zwei Speicherkanäle zur Verfügung stehen sollen. Dafür spricht, dass vermutlich ein neuer Sockel kommen soll, angeblich der „AM3+“, der nicht abwärtskompatibel zum AM3 sein wird.

AMD hat im Vergleich zur K10-Architektur außerdem die Translation-Lookaside-Buffer (TLB), die Einheit, welche die Verknüpfung zwischen logischer und physikalischer Adresse enthält, überarbeitet. Auch das Prefetching, das Vor-Laden der nötigen Daten und Instruktionen, und die Sprungvorhersage hat AMD laut eigenen Aussagen verbessert. Die Details lässt AMD aber noch im Dunklen, genau wie die Größe des L2-Cache. Auch hier brodelt die Gerüchteküche und es soll sich angeblich um 2 MByte pro Modul handeln.

Die Integer-Kerne und die Gleitkomma-Einheit erhalten nun von vier statt von drei x86-Decodern ihre Befehle. Vermutlich können diese zwei Befehle pro Takt dekodieren, aber AMD hat diese Angeben noch nicht bestätigt. Bulldozer nutzt außerdem die neue AVX-Erweiterung (Advanced Vector Extensions), die Gleitkommabefehle mit 256 bit breiten Operanden zulässt. Zudem unterstützen die Bulldozer-CPUs auch SSE4.1-, SSE4.2- sowie AES-Instruktionen zur Verschlüsselung von Daten. Hier zieht AMD also mit Intels Sandy Bridge gleich. Ähnliche Funktionen erfüllen „Powergating“ und „TurboCore II“. So ermöglicht das Powergating ähnlich wie bei Intel Teile der CPU von der Energieversorgung abzukoppeln – das gilt sowohl für ganze Module wie auch einzelne Kerne. Die „TurboCore II“-Technik soll wiederum automatische Übertaktungen vornehmen, ähnlich Intels Turbo Boost.

AMD rüstet mit den Bulldozer-CPUs also gehörig auf. Doch auch die Bobcat-CPUs sollen den Markt aufmischen und in Notebooks für bis zu 90 % mehr Leistung gegenüber aktuellen K8-Chips sorgen. An Bord sind AMD64 64-bit ISA und 32 KByte L1-Cache. Erstmals soll die Bobcat-Architektur mit „Ontario“ verbunden werden, dem ersten Fusion-Chip AMDs.

Das Video von AMD gibt einen (Englisch-sprachigen) Überblick über Bobcat und Bulldozer.


Quelle: Fudzilla

André Westphal

Redakteur

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