Notebook wird zum „Klapprechner“

Vom Bundesverkehrsminister und der deutschen Sprachkultur

Der Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer hält von Anglizismen wenig. Sein Ärger über eine Anzeigetafel des eigenen Ministeriums, die da diffus titelte „Inhouse Meeting über Outsourcing Projekte“, ist sehr gut nachzuvollziehen. Allerdings schießt Ramsauer mit seiner eigens ins Leben gerufenen „Deutschinitiative“ ab und an über das Ziel hinaus: So wurde unter seiner Leitung im Amt zwischenzeitlich aus dem Notebook der „Klapprechner“, was sowohl in deutschen Ministerien als auch bei ausländischen Medien für reichlich Amüsement sorgte.

Anzeige

Mittlerweile hat Ramsauer sich eines Besseren belehren lassen und der „Klapprechner“ darf von seiner Seite aus wieder als Laptop oder Notebook bezeichnet werden. „Kick-Off-Meetings“, „Flipcharts“ oder etwa „Styleguides“ sind für Ramsauer aber lieber „Auftaktveranstaltungen“, „Tafelschreibblöcke“ bzw. „Gestaltungshandbücher“.

Lädt jemand den Bundesverkehrsminister zu einer Veranstaltung als „Keynote Speaker“ ein, darf er mit offener Ablehnung rechnen: „Auf solche Einladungen pfeife ich.“ Interessant ist, dass Ramsauer ausgerechnet als Bayer Einsatz für Hochdeutsch zeigt. Zugleich bewegt er sich damit in der Tradition der DDR, die streng gegen „Denglisch“ vorging und etwa von „Brettsegeln“ statt „Surfen“ sprach.

Quelle: FinancialTimes

André Westphal

Redakteur

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.