Apple soll Zulieferer drangsalieren

Vorwürfe wegen Zuständen in Zuliefererbetrieben

Apple sieht sich Kritik durch chinesische Umweltschützer ausgesetzt: Das Unternehmen soll sich kaum um die Zustände in seinen Zuliefererbetrieben bemühen, so dass niedrige Sicherheitsstandards bestehen und viele Arbeiter unter Vergiftungen leiden. Durch strenge Selektionskriterien und wirtschaftlichen Druck soll Apple seine Zulieferer zu enormen innerbetrieblichen Einsparungen zwingen. Auf diese Weise sichert Apple sich selbst günstige Einkaufspreise, die Zulieferer bringen dagegen ihre Arbeiter in Gefahr. Es sei an der Zeit, dass Apple Verantwortung übernehme.

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Ma Jun vom Institut für öffentliche und Umwelt-Angelegenheiten hat einen detaillierten Bericht zu Apples Zuliefererpolitik herausgegeben. Laut Jun halte sich Apple in keinster Weise an sein Zugeständis sich mehr um die Arbeitsbedingungen und Umweltstandards bei seinen Zulieferern in China zu kümmern: „Apple sorgt sich einzig und allein um Qualität und Preis seiner Produkte. Umweltschutz und soziale Verantwortung sind Apple gleichgültig. Durch ihre aggressive Politik treiben sie Zulieferer dazu zu sparen wo es nur geht, um Verträge zu erhalten.“

Jun weist in seiner Umfrage „Das andere Gesicht von Apple“, die in einem Zeitraum von 9 Monaten Arbeiter bei Apples Zulieferern befragte, darauf hin, dass mindestens 49 Fabrikarbeiter, die für Apple Produkte zusammensetzen, schwer erkrankt seien. Der Zulieferer Lianjian Technology setze etwa zur Reinigung der Touchscreens giftige Chemikalien ein, die zur Vergiftung von 47 Mitarbeitern geführt hätten.

Jun kritisiert Apple scharf: „Apples Mangel an Verantwortungsgefühl schockiert uns. Das Unternehmen sonnt sich in Selbstzufriedenheit und sieht keinerlei Veranlassung sich gegenüber Organisationen, Gemeinschaften oder den vergifteten Arbeitern zu verantworten.“

Apple hält dagegen, dass man all seine Zulieferer regelmäßig kontrollieren würde und sehr auf die Arbeitsbedingungen achte.

Quelle: Reuters

André Westphal

Redakteur

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