Über Smartphones beichten?

Katholiken streiten sich über Technik-Einsatz

Protestanten schauen ohnehin teilweise mit verstörtem Blick auf das Treiben der Katholiken. Doch nun gibt es einen internen Streit, der die Kirche spaltet: Dürfen Priester die Beichte per Smartphone abnehmen? Zumindest in den USA sprachen sich viele Priester zumindest für technikgestützte Erleichterung der Beichte aus. Am Mittwoch sprach der Vatikan dann allerdings ein Machwort und ein Sprecher stellte klar, dass Technik niemals den persönlichen Kontakt zu einem Priester ersetzen könne. Die Beichte sei demnach aus Sicht des Vatikans nur vor Ort in der Kirche zulässig.

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Losgetreten wurde die Debatte durch eine iPhone-App, welche Katholiken bei der Beichte helfen sollte und in Nordamerika durch die katholische Kirche sehr begrüßt wurde. Der italienische Priester Federico Lombardi, Sprecher des Vatikans, widerspricht den Ansichten seiner US-Kollegen: „Man kann doch nicht davon sprechen, dass via iPhone die Beichte abgenommen wird. Der persönliche Kontakt zwischen Gläubigem und Priester kann nicht durch Software ersetzt werden.“

Die Entwickler der App „Confession: A Roman Catholic App“, dachten anders und wollten mit dem Smartphone-Programm Katholiken durch die Beichte geleiten. Im Grunde wollte man die Beichte aber ohnehin nicht komplett ersetzen, sondern vielmehr den Prozess unterstützen, indem das Eingestehen von Sünden erleichtert werden sollte.

Die Kirche scheint so oder so von technisierten Eingriffen in die heiligen Sarkamente wenig begeistert, so dass der Erfolg vermutlich ausbleiben dürfte.

Quelle: Reuters

André Westphal

Redakteur

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