Phonebloks – Modulare Smartphones?

Lob und Kritik für das Konzept eines Niederländers

Aktuell gibt es großen Hype um ein Konzept des Niederländers Dave Hakkens. Letzterer möchte mit Phonebloks modulare Smartphones etablieren, die sich ähnlich Desktop-PCs auf- und umrüsten lassen. Hakkens Wunsch ist, dass große Firmen auf seine Idee aufmerksam werden und sie vielleicht gemeinsam im Sinne der Kunden umsetzen. Die Argumentation dahinter ist, dass durch aufrüstbare Smartphones weniger Umweltbelastung entstehen könnte, da man sein Gerät länger nutze, statt regelmäßig ein neues Smartphone zu kaufen. Die Kollegen von Heise bewerten die Phonebloks jedoch kritisch.

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So wirft man ein, dass die Umwelt nur geschont werde, wenn Kernkomponenten der Phonebloks über längere Zeit genutzt würden und sich der Aufwand für die Produktion gegenüber herkömmlichen Smartphones nicht zu sehr erhöhe. Die Phonebloks benötigen aber eine zusätzliche Platine, was die gesamte Konstruktion voluminöser mache. Zudem würden aktuell viele Smartphones nicht direkt nach einem Umstieg auf ein neueres Modell entsorgt, sondern gebraucht weiterverkauft und seien somit länger in Verwendung, als viele annehmen.

Das Phonebloks-Konzept enthalte aber noch weitere Stolpersteine, da sich der interne Platz nicht so effizient nutzen lasse, wie bei perfekt abgestimmten Komplettmodellen. Zudem entstehe für die Hersteller viel Aufwand: Man müsste bei einem modularen Konzept die Software und Treiber ständig für neue Hardware abstimmen und die Kompatibilität sicherstellen. Für Kunden dürfte ebenfalls ein Problem sein, dass ein modulares Smartphone mit Sicherheit dicker und schwerer wäre als aktuelle Geräte. Hinzu kommt laut Heise, dass Smartphones beispielsweise in Deutschland einen zwar wachsenden, aber nur kleinen Anteil am Elektroschrott ausmachen. Zudem zahlen Recycling-Unternehmen für alte Mobiltelefone relativ gut, da sich die Inhaltsstoffe weiter verwerten lassen. Ob das Phonebloks-Konzept als nur als Idee interessant ist oder wirklich in der Praxis seinen Sinn hätte, ist offen.


Quelle: Heise

André Westphal

Redakteur

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