Online-Zahlungen an Familie, Freunde und Händler kann man auf vielerlei Weise abwickeln. PayPal ist dabei der omnipräsente Marktführer. Doch der Wunsch nach einer europäischen Alternative ist groß und da soll Wero in die Bresche springen. Allerdings ist die Annahme bisher schleppend. Vor allem die einflussreichsten Händler winken bisher mit Desinteresse oder vagen Aussagen ab.
Wero ist eine Initiative der European Payments Initiative (EPI). Man positioniert sich als Alternative zu PayPal mit europäischer Basis und Datensicherheit. Allerdings ist es damit so eine Sache, denn es kommen AWS-Server von Amazon zum Einsatz. Die verwendeten Server stehen zwar in Europa, doch aufgrund geltender US-Gesetze müsste der Konzern im Falle eines Falles dennoch die Daten an die US-Regierung herausrücken. Zudem fehlt Wero derzeit ein wirksamer Käuferschutz. Immerhin: Seit ca. einem halben Jahr können auch Online-Shops Wero einbinden. Die Betonung liegt hier jedoch auf „können“.
Beispielsweise hatte Rossmann anfangs Begeisterung für Wero gezeigt, rudert aber inzwischen zurück. Man prüfe die Integration nur generell. MediaMarkt Saturn ist da etwas weiter und will Wero nach eigenen Angaben in seinen Online-Shop integrieren. Wann das geschehen könnte, ist jedoch vollkommen offen. Andere Händler wie Ikea, Otto oder Zalando prüfen zwar die Einführung seit Monaten, haben aber bisher keine echte Entscheidung getroffen.
Apple und Amazon halten sich aus dem Thema derzeit raus und Rewe hat die Integration sogar klar ausgeschlossen. Begründung: Wero sei derzeit schlichtweg zu unbekannt. Am Ende nehmen laut Umfragen wohl ca. drei Viertel der Händler eine abwartende Position ein. Ursache ist wohl auch die geplante Einführung eines digitalen Euros, die Wero schon wieder obsolet machen könnte.
Quelle: Handelsblatt

Neueste Kommentare
23. April 2026
17. April 2026
13. April 2026
13. April 2026
13. April 2026
13. April 2026