Praxistest
Bei den meisten Nasssaugern lässt sich im Betrieb verfolgen, wie der Akkustand blitzschnell heruntergezählt wird. Hier erweist sich der Tineco Floor One S9 Scientist als echte Wohltat. Selbst bei maximaler Saugkraft erreicht er ca. 30 Minuten Laufzeit. Im Auto-Modus, der in aller Regel völlig ausreicht, weil er je nach Verschmutzung zwischen den Stärken wechselt, sind es sogar ca. 60 Minuten.
Solche Akkulaufzeiten erreicht weder ein anderes Modell von Tineco selbst noch von der Konkurrenz. Gerade für größere Wohnungen oder Häuser bietet sich der S9 Scientist daher an.
Dabei kommt der Tinco Floor One S9 Scientist auch gut unter flache Möbel, da er sich nahezu um 90 Grad angewinkelt über den Boden schieben lässt. Wischen unter der Couch, dem Lowboard oder der Küchenablage wird so zum Kinderspiel. Es bleibt aber (teilweise) bei Achillesfersen, die man schon von vorherigen Generationen kennt.
Zwar reinigt das Gerät frische Verschmutzungen wie Milch, Haferflocken oder sogar dickflüssige Ärgernisse wie Senf oder Ketchup in einem Zug, aber über etwa Kaffeepulver muss man je nach Bodenbelag mehrmals fahren. So drückt der Nasssauger feuchtes Kaffeepulver beim ersten Drüberfahren teilweise zunächst in Ritzen. Ein beherzter, zweiter Schub schafft dann Abhilfe.
Eingetrocknete Flecken von z.B. Ahornsirup, Tomaten oder Kaffee machen dem Tineco Floor One S9 Scientist zu schaffen, weil der manuelle Anpressdruck fehlt. Da muss man in den meisten Fällen weiterhin selbst mit einer Bürste oder einem Topfreiniger über den Boden wienern. Teilweise löst dieses Modell manche Stellen aber dann doch nach sehr vielen Durchgängen, was in der Praxis dann mehr Zeit kostet, als solche Flecken mit menschlicher Kraft zu entfernen. Eine Hilfe ist hier aber die manuelle Sprühfunktion, mit der man festgeklebte Reste erst einmal anlösen kann.
Die Walzeneinheit des Tineco Floor One S9 Scientist ist so optimiert worden, dass nur ein minimaler Wandabstand verbleibt, wie auch unser obiges Foto demonstriert. Tinecos Versprechen von minimierten Haarverwicklungen ist hingegen mit etwas Vorsicht zu genießen. Es ist zwar ein spitzer Metallkamm integriert, der aushelfen soll, doch mit der Zeit sammelt sich dennoch einiges an. Eine regelmäßige, manuelle Reinigung der Walze und des Kamms lässt sich also keinesfalls umgehen. Das gilt insbesondere für Haushalte mit Katzen oder Hunden.
Die Reinigungsergebnisse mit dem Tineco Floor One S9 Scientist sind ansonsten erstklassig. Der Nasssauger stellt alle Wischroboter locker in den Schatten und eignet sich daher als perfekte Ergänzung zu einem Roboter-Staubsauger. Auch in Fugen oder an Kanten reinigt dieses Modell extrem gründlich.
Die Selbstreinigung an der Station ist wiederum ziemlich laut und dürfte Haustiere rasch aus dem Zimmer vertreiben. Glücklicherweise ist der Spuk schnell vorbei und die Trocknung mit Heißluft ist dann angenehm leise.
Die beiden Wassertanks lassen sich aus dem Tineco Floor One S9 Scientist leicht entnehmen, um sie aufzufüllen oder zu reinigen. Dabei sollte man den Schmutzwassertank in seine einzelnen Teile zerlegen und diese abspülen, um sie danach im Idealfall etwas in der Sonne zu trocknen. So vermeidet man Gerüche.








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